Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Wettbewerbsvorteile durch eine bunt gemischte Belegschaft
Nachrichten Wirtschaft Regional Wettbewerbsvorteile durch eine bunt gemischte Belegschaft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:26 25.03.2018
Behinderte einzustellen, ist für den Prothesenhersteller Ottobock „selbstverständlich“. Quelle: Oliver Thiele
Anzeige
Göttingen

Vielfalt zu tolerieren, so Claudia Bölter aus der Personalabteilung des Einbecker Saatzuchtunternehmen KWS Saat, sei spätestens seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz von 2006 für alle Arbeitgeber verbindlich. Ihr Unternehmen gehe darüber hinaus und fördere Vielfalt gezielt.

Mitarbeiter sollten sich in ihrer Unterschiedlichkeit wertgeschätzt fühlen und sich frei entfalten können. So würden sie sich mit ihren persönlichen Erfahrungen in den beruflichen Alltag einbringen. Sachverhalte würden dann von verschiedenen Seiten her beleuchtet, Kreativität und Innovationskraft des Unternehmens gesteigert.

Ottobock in mehr als 50 Staaten präsent

Sich auf fremde Kulturen einzulassen, ist für weltweit tätige Firmen ein Muss. Das Duderstädter Unternehmen Ottobock etwa ist in mehr als 50 Staaten mit eigenen Standorten präsent. Um die Nähe zum Kunden herzustellen, spiegele sich das in der Zusammensetzung der Belegschaft, betont Carsten Hochwald von der Personalabteilung.

Er nennt ein Beispiel: „Das Team unserer Paralympics-Werkstatt ist immer multikulturell besetzt, sodass Athleten aus aller Welt dort Ansprechpartner finden, die ihre Sprache sprechen und mögliche kulturelle Besonderheiten berücksichtigen können.“

Menschen aus mehr als 60 Nationen bei Sartorius

Beim Göttinger Laborausstatter Sartorius arbeiteten Menschen aus mehr als 60 Nationen zusammen, berichtet Pressesprecher Tim Lindemann. Allein in Göttingen seien es 42 Nationen. Fast zwei Drittel der 7500 Mitarbeiter seien außerhalb von Deutschland beschäftigt, fast 70 Prozent der Führungskräfte nicht deutscher Nationalität.

Auch auf eine vom Alter her gemischte Belegschaft achten Unternehmen. Hochwald von Ottobock nennt die Vorteile: „Die Erfahrung und das berufliche Wissen langjähriger Mitarbeiter ergänzen sich optimal mit neuen Ideen und Sichtweisen jüngerer Kollegen.“

Beim Thimm sind 27 Prozent älter als 50 Jahre

Bei Sartorius sind ein Viertel der Mitarbeiter 15 Jahre und länger im Unternehmen, rund die Hälfte weniger als fünf Jahre. Bei Thimm sind 21 Prozent der Beschäftigten bis 29 Jahre alt und 27 Prozent älter als 50 Jahre.

Behinderte einzustellen, ist für den Prothesenhersteller Ottobock „selbstverständlich“, so Hochwald. Das Unternehmen profitiere bei der Produktentwicklung „in starkem Maße“ von den Erfahrungen gehandicapter Kollegen. Der Personaler: „Wer könnte die Funktionalitäten einer neuen Prothese besser beurteilen als ein Amputierter selbst?“

Alle Neubauten barrierefrei

Beim Northeimer Verpackungshersteller Thimm haben drei Prozent der Mitarbeiter Beeinträchtigungen. Bei KWS sind 2,3 Prozent der Mitarbeiter schwerbehindert. „Sartorius bemüht sich aktiv um die Integration seiner 178 behinderten Mitarbeiter“, erklärt Lindemann. So seien alle Sartorius-Neubauten in Deutschland barrierefrei gestaltet.

Toleranz und Offenheit, Respekt und gegenseitige Wertschätzung fordern die genannten Unternehmen mit hausinternen Richtlinien von allen Mitarbeitern ein. Dass die Regeln des Ottobock „Code of Conduct“ in der Praxis auch eingehalten werden, liege in der Verantwortung eines Chief Compliance Officers, erläutert Hochwald. Der Kollege fungiere zudem als direkter Ansprechpartner für die Mitarbeiter.

Beschwerdesystem installiert

Thimm-Pressesprecherin Sina Barnkothe erklärt: „Für den Fall von Verstößen gegen unseren Code of Business Ethics haben wir ein Beschwerdesystem installiert.“ Mitarbeiter, Lieferanten oder andere Geschäftspartner des Unternehmens, die sich diskriminiert fühlten, könnten sich an Vorgesetzte, Mitarbeiter der Personalabteilungen, Betriebsräte oder externe Ombudsleute wenden.

Alle Beschwerden würden „nach einem definierten Verfahren bearbeitet und gelöst“. Thimm veröffentliche zudem Kennzahlen zu Vielfalt und Chancengleichheit im Unternehmen im alle zwei Jahre erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht.

Von Michael Caspar

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Jury des Promotional Gift Awards 2018 hat das „Thimm Multipack | gift“, eine Präsentbox für Getränke, ausgezeichnet. Thimm erhält den Preis in der Kategorie „Sonderanfertigung“, wie das Unternehmen aus Northeim mitteilte.

22.03.2018

92 Telekom-Mitarbeiter haben sich am Donnerstag an einem Warnstreik am Standort Göttingen beteiligt. Hintergrund ist die dritte Tarifverhandlungsrunde bei der Deutschen Telekom. Zu dem Warnstreik hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aufgerufen.

22.03.2018

Wie gewinnt man den Nobelpreis? Über diese Frage hat der Chemie-Nobelpreisträger Prof. Stefan W. Hell zur Eröffnung des zweiten Research Xchange Forums von Sartorius in Göttingen referiert.

22.03.2018
Anzeige