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Regional Wissentransfer mit China angeschoben
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14:44 18.10.2017
Annette Jentzsch-Cuvillier mit einem Vertreter des Qingdao Publishing House bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages an der Frankfurter Buchmesse. Quelle: r:
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Göttingen

Es war einer der Momente, die Annette Jentzsch-Cuvillier nicht kalt lassen. Bei einer feierlichen Zeremonie am Rande der Frankfurter Buchmesse unterzeichnete die Göttinger Verlegerin einen Kooperationsvertrag mit einem der größten Verlage in ganz China. Die Vertragsdetails klingen zunächst unspektakulär. Ab August nächsten Jahres wird der Göttinger Verlag vorerst fünf Werke des Sinologen und Theologen Richard Wilhelm in Europa veröffentlichen. Doch dahinter verbirgt sich wesentlich mehr.

Richard Wilhelm war ein deutscher Theologe, Missionar und Sinologe. Er lebte von 1900 bis 1924 in China. Neben der Gründung einer deutsch-chinesischen Schule brachten ihm sein Studium der klassischen Schriften des Altertums den „Rangknopf der vierten Klasse“ mit dem Titel Daotei ein. In den Jahren 1922 bis 1924 war Wilhelm wissenschaftlicher Berater der Deutschen Gesellschaft in Peking und lehrte an der Peking Universität. In dieser Zeit übersetzte er das chinesische Orakel I Ging (Buch der Wandlung) und lies in diese Übersetzung Zitate und Gedanken westlicher Philosophen einfließen. Damit baute er die Brücke zwischen dem chinesischen und westlichen Gedankengut.

Wichtiger Beitrag für die Beziehungen zu China

Das Werk des Autors leistet bis heute einen wichtigen literarischen Beitrag zur deutsch-chinesischen Beziehung. „Die hohe Wertschätzung der chinesischen Kultur in der westlichen Welt geht unter anderem auf die Werke von Richard Wilhelm zurück. Diese sind bis heute ein bedeutender Beitrag des Verständnisses der chinesischen Kultur und Geschichte“, erläutert Jentzsch-Cuvillier. Entsprechend wichtig seien seine Werke für die Wissenschaft und Schulen in Europa. Vor allem in Bibliotheken sollen die Werke Richard Wilhelms Eingang finden. Neben zahlreichen Veröffentlichungen mit China Bezug, will der Göttinger Verlag Richard Wilhelms „Gespräche von Konfuzius“, „Tao Te King“, „Zhungai“, „Das Große Lernen“ und „I Ging“ im europäischen Markt veröffentlichen. Die Kooperation mit dem Qingdao Publishing House ist erst der Anfang einer spannenden Zusammenarbeit, denn langfristig wird damit ein wichtiger Wissentransfer zwischen China und Europa angeschoben“, betont Jentzsch-Cuvillier. Weitere Aufträge mit dem chinesischen Verlag könnten Folgen.

Affinität für den Austausch von Wissen

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Cuvillier-Verlag dem Auftrag widmet, chinesisches Gedankengut dem europäischen Markt zugänglich zu machen. In der Vergangenheit hatte der Göttinger Verlag bereits verschiedenste Werke von Dr. Werner Handke, erster Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in China, verlegt. Zudem hat der Cuvillier-Verlag bereits an die hundert Autoren verlegt, die chinesische Wurzeln haben. „Den Grundpfeiler für die Affinität des deutsch-chinesischen Wissenstransfers setzte Prof. Dr. Wolfgang Lücke, emeritierter Wirtschaftswissenschaftler, bereits während meines Studiums an der Göttinger Universität“, erzählt die Verlagschefin.

Dem Qingdao Publishing House steht mit dem Cuvillier-Verlag ein Partner mit langjähriger Erfahrung und Expertise zur Seite. Als wissenschaftlicher Fachverlag mit fast 30-jähriger Tradition verfügt der Verlag über eine Expertise bei der Publikation wissenschaftlicher Monografien, Tagungsbände und Reihen in den Geistes-, Natur- und Ingenieurwissenschaften. Cuvillier hat 7500 Titel für Fachwissenschaftler, akademische Einrichtungen sowie Industrieunternehmen im Angebot. Heute beschäftigt der Göttinger Verlag acht Mitarbeiter.

Von Bernard Marks

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