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Zehn Prozent der Bürger sind verschuldet

Göttinger ADN Schuldner- und Insolvenzberatung Zehn Prozent der Bürger sind verschuldet

„Das Problem ist weiter verbreitet, als die meisten annehmen“, berichte Rechtsanwalt Hannes-Martin Scholz (38) vom Verein ADN Schuldner- und Insolvenzberatung. Zehn Prozent der Bundesbürger seien überschuldet. Unvorhergesehene Mehrausgaben, etwa für eine Autoreparatur, führten dann zur Zahlungsunfähigkeit.

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Hat in seiner Praxis mit gut verdienenden Akademikern ebenso zu tun wie mit Hartz IV-Empfängern: Jurist Hannes-Martin Scholz.

Quelle: Heller

Göttingen. Der Jurist, der sein Büro Ende 2012 im Maschmühlenweg 105 eröffnet hat, kann nicht über mangelnde Arbeit klagen. Zusammen mit seinem Mitarbeiter, Rechtsanwalt Thorsten Henke (38), hat er in den vergangenen anderthalb Monaten 15 Mandate angenommen. Die Kosten für den Rechtsbeistand trägt das Land.

„Verschiedene Gründe führen zur Überschuldung“, erläutert der Jurist. Wer ein Haus finanziert und sich dann scheiden lässt, arbeitslos oder krank wird, kann häufig die Raten nicht mehr aufbringen. Wird die Immobilie unter Wert verkauft, bleiben oft Schulden. Zudem fällt nun auch noch Miete an.

Ein anderes Problem: Menschen, die nicht mit Geld umgehen können , wird der Weg in die Überschuldung heute leicht gemacht. Banken gewähren sogenannte ungesicherte Konsumentenkredite. Über den Versandhandel lassen sich einfach Waren bestellen. Gehen die Raten nicht pünktlich ein, übernehmen Inkassobüros den Fall.

„Betroffen sind Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft“, berichtet Scholz. Bei ihm säßen 23-Jährige ebenso wie Rentnerehepaare. Er habe mit gut verdienenden Akademikern genauso zu tun wie mit Hartz-IV-Empfängern. Ist die Situation verfahren, empfiehlt er den Schritt in die Privatinsolvenz.

Der Schuldner muss dann weiterhin seiner Arbeit nachgehen oder sich zumindest regelmäßig auf Stellen bewerben. Im Rahmen seiner Möglichkeiten zahlt er die Schulden ab. Ein bestimmter Betrag, der von der Höhe des Einkommens und der Zahl der Kinder abhängig ist, bleibt unpfändbar. Das gilt auch für den Hausrat und mit Einschränkungen für das Auto.

Der Vorteil der Privatinsolvenz liegt darin , dass die Schuldner Ruhe vor Mahnungen und dem Gerichtsvollzieher haben“, erläutert Scholz. Wer sechs Jahre lang Wohlverhalten zeigt, dem werden die Restschulden erlassen. Dann lasse sich auch der Schufaeintrag wieder löschen. „Sie können ein neues Leben anfangen“, so der Jurist. Das gelte nicht für Fälle, wo die Schulden durch Straftaten entstanden seien. Auch gebe es Personen, die in der Privatinsolvenz neue Schulden machten, schränkt Scholz ein.

Von Michael Caspar

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