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Regional Auch Ersatzfahrer ohne Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis
Nachrichten Wirtschaft Regional Auch Ersatzfahrer ohne Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis
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16:00 26.11.2018
Regelmäßig fischt der Zoll Transportfahrzeuge auf der Autobahn aus dem Verkehr. Quelle: Zoll
Nörten-Hardenberg

Ausgangspunkt war die Kontrolle des polnischen Kleintransporters auf der A 7 am Sonntagmorgen. Bei der Überprüfung auf dem Rastplatz bei Nörten-Hardenberg stellte sich heraus, dass der ukrainische Fahrer weder eine gültige Aufenthalts- noch eine Arbeitserlaubnis besaß. Als die Zöllner ihm dann mitteilten, dass er die Fahrt nicht würde fortsetzen können, informierte der Mann seinen Chef, der kurzerhand einen Ersatzfahrer für die eilige Fracht losschickte. Unterdessen wurde der Kleintransporter vorerst abgestellt.

Dann erschien der Ersatzfahrer an der Kontrollstelle, um den Transporter abzuholen. Doch das misslang: Die Göttinger Zöllner wollten auch dessen Papiere sehen und stellten dabei fest: wieder ein Ukrainer, wieder keine Aufenthaltserlaubnis, wieder keine Arbeitserlaubnis.

„Enormer Zeitdruck“

Die Zollbeamten führen das Vorgehen nicht nur auf Dreistigkeit zurück, sondern auch auf einen „enormen Zeitdruck im Transportgewerbe“. Gerade sonntags, erklärt das Hauptzollamt Braunschweig als übergeordnete Behörde, „übernehmen Speditionen auf Grund des Sonntagsfahrverbotes für schwere Lastwagen eilige Kurierfahrten regelmäßig mit Kleintransportern. Da diese jedoch grundsätzlich keiner Geschwindigkeitsbegrenzung unterliegen, sind oft die zeitlichen Vorgaben der Auftraggeber enorm.“

Besonderes Pech für den zweiten Fahrer und das polnische Unternehmen: Unter den Göttinger Zöllnern befanden sich Beamte mit russischen Sprachkenntnissen. Diesen war bei der Ladungsübergabe aufgefallen, dass beide in ihrer Muttersprache redeten, was wie Beamten veranlasste, auch den Ersatzfahrer nach den notwendigen Dokumenten zu fragen. Die konnte der Mann zum großen Erstaunen der Zöllner genausowenig vorweisen wie sein Kollege.

Überraschend dreist

Für den Kontrollerfolg macht Andreas Löhde, Pressesprecher des Hauptzollamts, vornehmlich die eingesetzten Göttinger Beamten verantwortlich: „Wenn wir nicht russischsprachige Kollegen im Einsatz gehabt hätten, hätten wir den Ersatzfahrer vielleicht gar nicht kontrolliert, denn eigentlich rechnet niemand mit so viel Dreistigkeit“.

Das kuriose Kontrollergebnis, meint der Zoll, werfe ein bezeichnendes Licht auf die Bedingungen im Transportgewerbe. An denselben Kontrollstellen stoppten die Zöllner innerhalb weniger Stunden drei weitere polnische Kleintransporter mit ukrainischen Fahrern – ebenfalls ohne Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. In allen fünf Fällen leitete der Zoll Strafverfahren wegen des Verdachts des illegalen Aufenthalts und der illegalen Beschäftigung von Ausländern ein.

Von Matthias Heinzel

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