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Regional Zufall-Gruppe baut eigene Lkw-Flotte auf
Nachrichten Wirtschaft Regional Zufall-Gruppe baut eigene Lkw-Flotte auf
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00:32 28.05.2018
Die Zufall-Gruppe will künftig auch auf die eigene Lkw-Flotte bauen. Quelle: r
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Göttingen

„Wir arbeiten mit zwölf Transportunternehmen der Region, die im Schnitt zehn, oft mit unserem Logo bedruckte Lkw einsetzen, seit Jahren zusammen“, berichtet der Göttinger Niederlassungsleiter von Zufall, Jörg Rotthowe. Das solle auch in Zukunft so bleiben. Allerdings falle es den Dienstleistern schwer, zusätzliche Verkehre zu übernehmen. Das liege daran, dass sich auf dem Arbeitsmarkt kaum noch Berufskraftfahrer fänden.

Bundeswehr bildet kaum noch Lkw-Fahrer aus

„Die Gründe dafür sind vielfältig“, erklärt der Niederlassungsleiter. Bei der Bundeswehr, die früher zahllose Lkw-Fahrer ausgebildet habe, mache fast niemand mehr den entsprechenden Führerschein. Zudem seien die Anforderungen deutlich gestiegen, was sich zum Beispiel an der höheren Zahl an Fahrstunden ablesen lasse. Der Gesetzgeber schreibe heute außerdem regelmäßige, ärztliche Untersuchungen vor, bei der etwa die Seh- und Reaktionsfähigkeit getestet werde.

Die Löhne bei den Fahrern steigen

„Ein Problem ist auch die im Vergleich zu Facharbeitern schlechte Bezahlung von monatlich 1900 bis 2000 Euro brutto“, räumt der Niederlassungsleiter an. In den vergangenen vier Jahren seien die Löhne allerdings um 15 bis 20 Prozent gestiegen. Die Fahrer seien begehrt und fänden über das Internet schnell Firmen, die sie besser entlohnten.

Bis 1997 hatte Zufall eine eigene Lkw-Flotte

„Wir haben bis 1997 selbst eine Lkw-Flotte gehabt“, berichtet Zufall-Pressesprecherin Carolin Hofmann. Zufall habe sich dann aber aus diesem Bereich zurückgezogen, um sich auf das Kerngeschäft einer Spedition, das Vermitteln von Transportleistungen zu Land, Wasser und in der Luft, zu konzentrieren. Damals habe es genügend Fuhrunternehmen am Markt gegeben.

Mark Kesten leitet das Team Fuhrpark

„Nun werden wir selbst wieder im Transportgeschäft aktiv“, sagt Jürgen Wolpert, der Geschäftsführer der Zufall logistics group. Zum Jahreswechsel hätten sie das Unternehmen eines ihrer Dienstleisters mit zehn Lkw und 15 Fahrern übernommen. Der Chef der Firma habe sich zur Ruhe setzen wollen, aber keinen Nachfolger gefunden. Nun leite Mark Kersten das Team Fuhrpark.

Nah- und Fernverkehr

„Als großes Unternehmen fällt es uns leichter, Fahrer zu rekrutieren“, meint Niederlassungsleiter Rotthowe. Bei ihnen könnten Fahrer auf Wunsch zwischen den Bereichen Fern- und Nahverkehr wechseln. Der Fernfahrer sei in der Regel die ganze Woche unterwegs. Im Nahverkehr komme der Fahrer abends nach Hause, müsse dafür aber tagsüber zehn bis 15 Mal aussteigen, um Ware ab- oder einzuladen.

Zwei Wochen im Lkw, zwei Wochen in der Werkstatt

„Auf Wunsch können Fahrer bei uns auch im Wechsel mal zwei oder vier Wochen lang in der Werkstatt, dem Umschlag- oder Logistiklager arbeiten“, sagt Rotthowe. Auch sei es ihnen möglich, im Laufe ihres Berufslebens ganz in einen anderen Bereich des Unternehmens zu wechseln. „Wir bieten zudem eine Betriebsrente und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung“, ergänzt Pressesprecherin Hofmann.

Ein Ausbildungsplatz ist noch zu haben

„Auch die Suche nach Auszubildenden gestaltet sich für uns nicht so schwierig“, freut sich der Niederlassungsleiter. Vier Männer zwischen 18 und 30 Jahren, darunter ein Flüchtling, der derzeit in der Zufall-Werkstatt als Aushilfe tätig sei, hätten bereits ihren Ausbildungsvertrag unterzeichnet. Für den fünften Platz gebe es mehrere Bewerber. Voraussetzung seien unter anderem ein Haupt- oder Realschulabschluss, Freude am Fahren sowie technisches Verständnis und ein „vernünftiges Auftreten“.

Von Michael Caspar

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