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Regional Zurückhaltung bei energetischen Sanierungen
Nachrichten Wirtschaft Regional Zurückhaltung bei energetischen Sanierungen
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00:16 08.10.2016
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Göttingen

„Das Angebot ist klein, die Nachfrage groß und das Geld billig“, erklärt Frels die Zusammenhänge. Die Vermieter reichten hohe Nebenkosten an die Mieter durch. Diese machten meistens keinen Druck. Sie seien froh, überhaupt eine Wohnung zu finden. Während die Immobilienpreise in der Kernstadt kräftig gestiegen seien, blieben sie in äußeren Lagen des Stadtbusbereichs stabil. Häuser, die weiter entfernt lägen, ließen sich auch energetisch saniert nur schwer verkaufen.

Auf ganz Deutschland gesehen glaubt ein Drittel der Makler, dass sich mit einem besseren energetischen Standard keine höhere Mieter durchsetzen lässt. Das zeigt der Marktmonitor Immobilien 2016. Ein Viertel der Makler empfiehlt demnach Eigentümern vor einer Neuvermietung, die Energiebilanz ihrer Objekte nicht zu verbessern.

„Das zeigt, dass Anreize fehlen“, kommentiert der Obermeister der Bau-Innung Südniedersachsen, Christian Frölich. Der Rosdorfer Bauunternehmer fordert unter anderem höhere Abschreibungen in den ersten Jahren. Bund und Länder stritten darüber seit langem darüber, wer die Kosten dafür trage, bedauert Frölich.

„Dabei lässt sich mit der Sanierung der vielen Altbauten viel mehr Energie einsparen als durch immer höhere Auflagen beim Neubau“, betont der Obermeister. 2016 sei die Energieeinsparverordnung erneut verschärft worden. Das habe bei immer kleiner werdenden Effekten die Baukosten derart in die Höhe getrieben, dass mittlerweile selbst Wohnungsgenossenschaften „große Probleme“ mit dem Bau von Sozialwohnungen hätten.

„Die energetische Sanierung eines Gebäudes rechnet sich auf lange Sicht“, argumentiert Aaron Fraeter, Berater bei der Energieagentur Region Göttingen. Die Sanierung steigere die Lebensqualität, trage zum Werterhalt der Immobilie bei und leiste einen Beitrag gegen den Klimawandel.

Fraeter warnt vor einem planlosen Vorgehen bei der Sanierung. Er rät zu einer Beratung durch einen unabhängigen Fachmann. Er ermittle, welche Maßnahmen die größten Effekte hätten. Berücksichtigt würden die Dämmung des Dachs und der Außenfassaden, neue Fenster, neue Heizung, aber auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.

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