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Handwerkskammer

Handwerk setzt stärker auf Zeitarbeit

Die Betriebe im Bezirk der Handwerkskammer Hannover wollen bei ihrer Personalpolitik stärker auf Zeitarbeit setzen. Die Kammer intensiviert deshalb die vor einigen Jahren begonnene Zusammenarbeit ihres „HWK Personalservice“ mit der Volkswagen-Tochter Autovision.
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Das Handwerk – hier angehende Metallbauer beim Schweißen – hat zunehmend Mühe, genügend Nachwuchskräfte zu finden.

Das Handwerk – hier angehende Metallbauer beim Schweißen – hat zunehmend Mühe, genügend Nachwuchskräfte zu finden.

© dpa

Die bisher auf den Raum Hannover konzentrierte Kooperation bei der Vermittlung und Qualifizierung von Arbeitskräften für das Handwerk soll auf den gesamten Kammerbezirk ausgedehnt werden. Zu dem Bezirk gehören – neben der Region Hannover – auch die Landkreise Schaumburg, Nienburg, Diepholz und Hameln-Pyrmont. Außerdem übernimmt Autovision die Verantwortung für das operative Geschäft. Dazu haben Mitarbeiter von Autovision Büroräume im Förderungs- und Bildungszentrum der Handwerkskammer in Garbsen bezogen.

Durch die Kooperation würden die Voraussetzungen geschaffen, um Handwerksbetrieben schnell und unbürokratisch „passgenaue“ Mitarbeiter zu vermitteln, sagte Kammerpräsident Walter Heitmüller. Dies sei besonders dann notwendig, wenn Betriebe auf kurzfristige Arbeitsspitzen, enge Termine sowie urlaubs- oder krankheitsbedingte Ausfälle von Beschäftigten reagieren müssten.

Im Handwerk spielt Zeitarbeit bisher nur eine geringe Rolle. Nach Ansicht der Kammer sollten die Betriebe häufiger diese Form der Beschäftigung in Betracht ziehen. Wegen der Kostenrisiken werde oftmals auf die Einstellung von Fachkräften verzichtet, sodass die Firmen bei Auftragsschwankungen nicht genügend Mitarbeiter in Reserve hätten. „Es ist entweder zu viel Arbeit da oder zu wenig“, sagte Heitmüller.

Die Zusammenarbeit von „HWK Personalservice“ und Autovision soll sich nicht auf die Vermittlung von Mitarbeitern beschränken. So sollen Beschäftigte im Förderungs- und Bildungszentrum der Kammer weiterqualifiziert werden. Hinzu kommt die Beratung von Personal oder „Bewerbungsmanagement“.

Man wolle erreichen, dass möglichst viele Mitarbeiter in den Handwerksbetrieben, in denen sie eingesetzt werden, „kleben bleiben“, erklärte Heitmüller. Auf das Handwerk komme ein „Fachkräfteproblem“ zu, das durch den demografischen Wandel verschärft werde. Für das Handwerk werde es immer schwieriger, Fachkräfte für den eigenen Bedarf heranzubilden oder auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Zudem sei eine strategische Personalentwicklung für die allermeisten Handwerksbetriebe immer noch ein Fremdwort. Die Dienstleister wollen daher eine Art „externe Personalabteilung“ für die Mitgliedsbetriebe der Kammer sein.

Der „HWK Personalservice“ hat nach eigenen Angaben seit 2004 mehr als 400 Beschäftigte an Betriebe vermittelt. Derzeit sind dort rund 40 Mitarbeiter beschäftigt. Wie groß der geplante Handwerkerpool unter der Federführung von Autovision werden soll, wollten die Partner noch nicht sagen. Dies entscheide letztlich der Markt, erläuterte Autovision. Die Handwerker sollten nach einem zwischen Autovision und IG Metall vereinbarten Tarifvertrag entlohnt werden. Die vereinbarte Zusammenarbeit gelte nur für das Handwerk, betonte Autovision. Es gehe bei der „Personaldrehscheibe Handwerk“ nicht darum, Beschäftigte zum Beispiel an Volkswagen oder Continental zu vermitteln. Weitere Informationen gibt es hier im Internet unter der Adresse.

[Dirk Stelzl]

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  • Das Handwerk würde bestimmt lieber feste Mitarbeiter einstellen So – 20.03.10
    Die Rahmenbedingungen für Unternehmen, Mitarbeiter fest einzustellen sind wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Die Bürokratie ist einfach zu hoch und die Nebenkosten für einen Beschäftigten nicht zu erwirtschaften.
    Die Handwerkskammern und die IHK wären gefordert, endlich ein Umschwenken mit einzuleiten. Anstelle nur an die eigene Haustür zu denken und Protzbauten für sich zu erstellen sind diese Organisationen eher gefordert, endlich mal was für die Mitglieder zu tun.
    Es geht nicht um Kostensenkungen um 2,5 oder 3,5 %, wenn sich die Kosten auf Dauer nicht halbieren, wird Deutschland kein Produktionsstandort für Menschen mehr sein, die werden alle wegrationalisiert. Die Meisten jedenfalls.
    Ich glaube, es wird bestimmt länger dauern, bis sich diese Einsicht
    durchsetzt.
    Bedauerlich.
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