Hat Millionen Am Flüthedamm investiert: Birgitt Witter-Wirsam vor dem Holzlager ihres Unternehmens.
„Im neuen Gebäude haben wir die Bereiche Groß- und Einzelhandel deutlich getrennt“, erläutert die 54-jährige Unternehmerin. Der Einzelhandelsbereich, mit dem 40 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet wird, profitiere vom Großhandel. „Wir können ganz andere Preise machen“, betont Witter-Wirsam. Holzland ist ein Verbund von bundesweit 250 Holzhändlern.
Die angegliederte Servicetischlerei von Tischlermeister Reiner Wenger (vier Mitarbeiter) bietet Kunden den Einbau der Ware an. „Mit drei eigenen Fahrzeugen liefern wir auf Wunsch aus“, sagt die Hasselbach-Chefin. Ein Lkw mit Kran hebe schwere Teile an den gewünschten Ort.
Bis zu 50 Kilometer fahren die Kunden, um bei Hasselbach einzukaufen, weiß die Göttingerin und verweist auf 160 Parkplätze. „Sehr gut“, so die Geschäftsfrau, ergänze sich ihr Unternehmen mit den neuen Mietern, dem Teppich- und Gardinen-Einzelhandel sowie dem Baubeschläge- und Maschinen-Großhandel. Die Bäckerei Ruch mit ihrer „Mannamia“-Filiale habe sich zu einem Treffpunkt entwickelt. Aufgrund der zentralen Lage hielten dort mittlerweile sogar Vertreter ihre Besprechungen ab. „Holz wird beim Neubau und der Sanierung von Häusern immer gebraucht“, sagt Witter-Wirsam. Der Markt sei da, aber die Kunden seien heute anspruchsvoller. Das habe sie veranlasst, 2009 am Ziegelei-Kreisel einen Millionenbetrag zu investieren. Nun könne sie ihrem Sohn Michael in einigen Jahren ein zukunftsfähiges Unternehmen übergeben.
Jubiläumsmesse in Rosdorf: Sonnabend, 4. September (8.30 bis 18 Uhr), und Sonntag, 5. September (11 bis 18 Uhr).
Carl Hasselbach hat die nach ihm benannte Firma 1885 in der Langen Geismarstraße als Kohle- und Baustoffhandel gegründet. 1945 stieg Walter Witter ins Unternehmen ein. Der Chef eines Säge- und Hobelwerks in Thüringen war nach dem Krieg enteignet worden. Nach dem Verlust des Familienunternehmens, das damals auf eine 100-jährige Geschichte zurückblicken konnte, fing der Unternehmer im Westen neu an.
Witters Sohn Klaus wurde 1961 Komplementär bei Hasselbach. 1967 kaufte Klaus Witter das Unternehmen und verlagerte den Betrieb aus der Göttinger Innenstand nach Rosdorf. Das gab dem Unternehmen in den kommenden Jahren die nötigen Expansionsmöglichkeiten.
1989 übernahm Klaus Witters Tochter Birgitt Witter-Wirsam die Geschäftsführung. Die Grenzöffnung sorgte für einen Entwicklungsschub. 1996/97 wurden Nachbargrundstücke rechts und links übernommen.
Ende 2009 erfolgte dann der Umzug der Firma auf ein 25 000 Quadratmeter großes Grundstück, das am Ortseingang von Rosdorf beim Ziegelei-Kreisel liegt.
Von Hanne-Dore Schumacher
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