Am hoch dekorierten Zeiss-Mikroskop Primo Vert aus Göttingen: Diplom-Designerin Ilka Schlesiger.
4500 Bewerbungen aus 57 Nationen lagen der Jury vor – das Zeiss-Mikroskop Prima Vert (seit Dezember 2009 auf dem Markt) erhielt den seit 1955 vom Designzentrum Nordrhein-Westfalen vergebenen „red dot product design award“. „Heute ist Design noch wichtiger als in der Vergangenheit“, erklärt Dr. Thomas Bocher, Geschäftsleiter bei Zeiss Micro-Imaging.
Mit dem relativ kleinen Labor-Mikroskop Primo Vert, das in Göttingen entwickelt und konzipiert wurde und in China in hohen Stückzahlen produziert wird, soll der Wettbewerb im Bereich Ausbildung und Routine attackiert werden. Bocher spricht von einer Produkt-Offensive. In diesem Segment sei man nicht Marktführer wie etwa bei den großen Forschungsmikroskopen. Mit dem Primo Vert (die Monitor-Variante wird in Göttingen hergestellt) wolle man den Marktanteil weltweit in den kommenden drei bis vier Jahren verdoppeln, kündigt Bocher an. Das inverse Mikroskop (Objektiv unter dem Tisch) gehe zu 90 Prozent in Labore. Typische Anwendungsgebiete seien die Krebs- und HIV-Forschung. Mit dem Primo Vert habe man eine Lücke im Zeiss-Portfolio schließen können.
Die Jenaer Design-Agentur Art-kon-tor hat die gestalterische Aufgabe für Zeiss gelöst. Projektleiterin Ilka Schlesiger sagt zum Konzept: „Wir orientierten uns an einem Leistungssportler.“ Der Red dot Award für das Mikroskop, das jetzt auch für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland nominiert wurde, wird am 5. Juli im Aalto-Theater in Essen überreicht. Danach wird das Mikroskop im Essener „red dot Design Museum“ (Zeche Zollverein) ausgestellt.
Von Hanne-Dore Schumacher
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