Navigation:
Aktuelle Beilagen Anzeigen- und Abo-Service
Nachrichten Wirtschaft Regionale Wirtschaft

Vierwöchige Kampagne

Spurensuche: Handwerk verfolgt Schwarzarbeiter

350 Milliarden Euro beträgt die Summe, die im Jahr 2008 durch Schwarzarbeit „erwirtschaftet“ wurde. Das entspricht 14,6 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Die Kreishandwerkerschaft Südniedersachen (KHS) will mit einer Kampagne gegen die Schattenwirtschaft angehen. Das Motto: „Schwarzarbeit hinterlässt Spuren.“

Stellt ihren Entwurf vor: Sabrina Kulle aus Witzenhausen.

© soz
Lesezeichen setzen:

Sabrina Kulle war nicht die einzige, die einen Plakatentwurf für die Kampagne gegen Schwarzarbeit einreichte. Ihre ganze Berufsschuleklasse Mediengestaltung an der BBS II hatte sich an der Ausschreibung der Krieshandwerkerschaft Südniedersachsen beteiligt. Mit ihrem Entwurf „Schwarzarbeit hinterlässt Spuren“ überzeugte die 24-jährige Witzenhäuserin den KHS-Vorstand. In Schwarz-Weiß mit riesigem Fingerabdruck erhielt ihr Poster den einstimmigen Zuschlag der Jury. Gestern stellten Vorstand und Geschäftsführung der KHS die Kampagne vor, mit der in der kommenden vier Wochen in den Städten Göttingen, Duderstadt und Hann Münden der Schattenwirtschaft der Garaus gemacht werden soll.

Zwar könne er für den Landkreis Göttingen keine konkreten Zahlen nennen, im ehemaligen Zonenrandgebiet hätten es die eingetragenen Handwerksbetriebe jedoch besonders schwer, erklärte KHS-Geschäftsführer Andreas Gliem. Neben der Schwarzarbeit belaste der Verdrängungswettbewerb durch ostdeutsche Firmen die Handwerksbetriebe. Verfolgung und Ahndung von Schwarzarbeit allein reiche heute nicht mehr aus. Gliem fordert eine Umkehr im Bewusstsein der Menschen, weist auf die Vernichtung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, auf Steuerausfälle und Gewährleistungsverluste durch die organisierte Schwarzarbeit hin.

Absetzbarkeit richtiger Weg

„Steuern und Lohnzusatzkosten müssen runter“, forderte Jutta Schwarzer. Die Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen stellte zur Vorstellung der KHS-Kampagne gestern klar, dass auch die politischen Ursachen für Schwarzarbeit behoben werden müssten. Die Absetzbarkeit von Handwerkerlöhnen bis zu 20 Prozent von bis zu 6000 Euro sei ein richtger Schritt, die Beträge müssten jedoch mindestens verdoppelt werden. Auch Kammerpräsident Jürgen Herbst will es den Schwarzarbeitern schwer machen.

Deshalb forderte er den Gesetzgeber erneut auf, die bestehende Wegeunfallversicherung für Schwarzarbeiter komplett zu streichen. „Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt“, unterstrich Landrat Reinhard Schermann. Der Landkreis nehme die Sache sehr ernst, sagte er gestern und verwies auf die Kooperation mit der zuständigen Zollverwaltung. „Optimierungsbedarf“ sieht Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer bei der Verfolgung von Schwarzarbeit. Sein Fazit dennoch: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Die Fachbetriebe gelte es zu schützen, erklärte Klaus Burhenne. Hann. Mündens Bürgermeister erinnerte an die fatalen Brände in der Fachwerkstadt. Die notwendigen Aufbauarbeiten könnten Schwarzarbeiter nicht leisten.

Mit wenigen Worten habe Sabrian Kulle, die bei der Firma Klartext gelernt und dort auch eine Stelle bekommen hat, die Probleme der Schwarzarbeit auf den Punkt gebracht, stellte Norbert Dunemann, stellvertretender Kreishandwerksmeister, fest. Deshalb werden die Plakate und Transparente in den kommenden vier Wochen in Riesenformaten an Brücken, Kreuzungen und anderen zentralen Orten im Landkreis platziert.

Informationen zur Kampagne.

Von Hanne-Dore Schumacher


  • Schwatzarbeit ich-AG – 18.05.10
    Schwarzarbeit erzeugt erstmal Verwaltungsarbeit. Finanzamt und Zoll und Gerichte und Berufgenossenschaft und Arbeitsamt und Krankenkasse und SonderkasseBau und Innung und und
    Es wäre wesentlich günstiger für den Staat die selbsterhaltende Verwaltungsindustrie zu zerschlagen, als Kleinsünder jagen zu lasssen. siehe Äusserung des Bundesrechnungshof. Ich hatte drei Zollkontrollen mit meinem HandwerksKLEINbetrieb, den ich jetzt entnervt geschlossen habe, weil: Finanzamt und Zoll und Gerichte und Berufgenossenschaft und Arbeitsamt und Krankenkasse und SonderkasseBau und Innung und und
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Föderung der Schwarzarbeit durch Hohe Beiträge Der ZVK Manfred Loose Verein Sokafrei e.V. – 12.10.09
    Fördert die ZVK die Schwarzarbeit

    Wir meinen ja. Die Betriebe im Baugewerbe stehen ziemlich unter Druck, weil sie nicht alle Kosten, die die Sokabau/ZVK verursacht, so ohne weiteres von den Kun-den bezahlt bekommt und die preislichen Vorstellungen der Kunden oftmals nicht mit mit dem Kostendruck der Unternehmer zusammen passt.

    Andererseits haben z.B. Hausbesitzer nicht immer die Mittel für die notwendigen Re-paraturmaßnahmen und nehmen deshalb lieber die „Schwarzarbeiter“, weil sie das leisten können/wollen.

    Da viele kleinere Baubetriebe die Existenz des Tarifvertrages nicht kennen, sind sie Schwarzarbeiter ohne es zu wissen. Bekommt die ZVK die Existenz des Baubetrie-bes mit. So wird sie versuchen, Beiträge der letzen 4 Jahre durchzusetzen, auch ge-richtlich.

    Der Beitragsatz beträgt für die Mitarbeiter etwa 19,8%, die der Arbeitgeber alleine finanzieren muss.
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Spurensuche: Handwerk verfolgt Schwarzarbeiter Egon H. – 11.10.09
    1.Der Rechtsanwalt Gliem verbreitet hier eine falsche Summe von 350 Mrd € an Steuerausfällen durch Schwarzarbeit. Der Betrag bezieht sich auf den Bereich der Schattenwirtschaft (Also Prostitution, Hehlerei, Rauschgifthandel, auch Nachbarschaft und auch Steuerhinterziehung). Dass der Anwalt solche Fehldarstellungen durch die Presse verbreiten lässt zeugt entweder von bewusster Lüge, oder Unfähigkeit Informationen zu recherchieren. Im Umfeld der Kreishandwerkerschaft scheint so eine Verhalten akzeptabel zu sein. Wäre Herr Gliem Heizungsbauer und würde seinen Kunden belügen, so würden die meisten Kunden das nicht akzeptieren und manche gar gegen ihn vorgehen. Die Innung in Göttingen handelt aber augenscheinlich anders als Ihre Kunden.


    2.Die Kreishandwerkerschaft Göttingen brüstet sich damit, während einer einige Wochen dauernden Kampagne der Prostitution, der Hehlerei, dem Drogenhandel, der Nachbarschaftshilfe, dem Waffenhandel, den ehrenamtlichen Tätigkeiten und auch der Steuerhinterziehung den Garaus machen zu wollen. Nochmal: Das kommt von der Kreishandwerkerschaft, die die Innungsbetriebe (Bäcker, Fleischer, Heizungsbauer, Dachdecker....) nach außen vertritt.


    3.Schwarzarbeit umfasst laut Gesetz einige Tatbestände. z.B. illegale Arbeitnehmerüberlassung, Sozialabgabenbetrug, Verstöße gegen das Entsendegesetz, Steuerhinterziehung, auch unerlaubte Handwerksausübung Beim Projekt Spuren heißt es Schwarzarbeit verursache Steuerausfälle und Gewährleistungsverluste. Steuerhinterziehung von Innungsbetrieben verursacht natürlich Steuerausfälle, genauso wie Steuerhinterziehung von Handelsbetrieben oder auch Steuerhinterziehung meisterfreier Betriebe. Aber da geht es halt um Steuerhinterziehung – und damit nur einen Teil der Tatbestände die unter Schwarzarbeit zusammengefasst wurden. Das wird von der Kreishandwerkerschaft so nicht benannt.

    4.Auf der Veranstaltung zum Start der Aktion „Spurensuche Schwarzarbeit“ nennt die Kreishandwerkerschaft den Verdrängungswettbewerb ostdeutscher Betriebe als Problem der Innung. Das mag ein Problem sein – aber soll ich als Leser nun also verstehen: Die Kampangne lehnt sich gegen steuerzahlende Betriebe, die keinen Meisterbrief haben und gegen alle ostdeutschen Betriebe (mit und ohne Meisterbrief), und gegen Hehlerei, das Ehrenamt und den Drogenhandel?


    5.Kammerpräsident Herbst will es den Schwarzarbeitern schwer machten - nicht den Steuerhinterziehern, sondern den Schwarzarbeitern - Welche Vorgehensweise unternimmt Jürgen Herbst gegen Steuerhinterziehung der Göttinger Maler, Augenoptiker und Mauerbetriebe?


    6.Nach den Forderung des Kammerpräsidenten soll die Wegeversicherung für Schwarzarbeiter wegfallen. Also Wenn Malermeister XY Steuern hinterzieht, sein Geselle XYZ auf dem Weg zur Baustelle einen Unfall erleidet, so soll er dafür nicht mehr versichert sein! Das ist die Forderung der Handwerkskammer Hildesheim - Hört hört, ihr Hildesheimer Gesellen, ihr sollt die Zeche zahlen und die Kammer will nicht nur euer Geld, ihr ist sogar eure Gesundheit scheissegal. Ihr sollt als für den Schutz der Konkurenz Eures Meisters euren eigenen Versicherungsschutz verlieren. Toll! Sorrry, es ist einfach unglaublich was in eurer Gegend abgeht und wie es Kunden, Beschäftigte, Presse und Politik geschehen lassen!

    Noch mal die Fragen, lieber Herr Gliem:

    Wie hoch ist die jährlich auf den Bereich der Steuerhinterziehung bezogene Summe?
    Wie hoch ist die jährlich auf den Bereich des Sozialabgabenbetrugs bezogene Summe?
    Wie hoch ist der Anteil handwerklicher Leistungen am Volumen der o.g. Steuerhinterziehung?
    Wie hoch ist der Anteil an der handwerklichen Steuerhinterziehung, der von Meisterbetrieben jährlich verursacht wird.
    Wie hoch ist der Anteil der meisterfreien Steuerhinterziehung im Bereich des Handwerk?
    Wie sieht der aktuelle Massnahmenkatalog Ihrer Kreishandwerkerschaft gegen Steuerhinterziehung bei Meisterbetrieben genau aus?
    Wie sieht der aktuelle Massnahmenkatalog Ihrer Kreishandwerkerschaft gegen Steuerhinterziehung meisterfreier Handwerker aus?
    In Welcher Frequenz und auf welche Weise evaluieren Sie die Auswirkungen Ihrer Massnahmen?

    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • und die größte Baustelle der Republik?? Michael Pramann – 09.10.09
    Das Regierungsviertel in Berlin?

    Zitat:Hann. Mündens Bürgermeister erinnerte an die fatalen Brände in der Fachwerkstadt. Die notwendigen Aufbauarbeiten könnten Schwarzarbeiter nicht leisten."

    Auf keiner anderen Baustelle waren mehr illegale Arbeiter und wirkliche Schwarzarbeiter tätig.

    Wann begreift die Politik endlich, dass sie sich zum Handlanger dieses Moloch Kammer macht.
    Der Kammerzwang; Ein Relikt aus dem 3. Reich.

    in diesem Sinne,

    Michael Pramann
    Tischlermeister

    Zwangsmitglied der Handwerkskammer Hildesheim
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Schwarzarbeitsfahndung hinterlässt Spuren Jonas Kuckuk – 27.09.09
    Der Landkreis Göttingen hilf mit der neuen Kampagne gegen "Schwarzarbeit" dem etablierten Handwerk, der Kreishandwerkerschaft bei der Konkurrenzbekämpfung.
    Und das mit Steuergeldern. Wer rechnen kann merkt schnell: Das ganze kostet mehr als es einbringt. So kann zB der Visagist Sascha A. aus Göttingen demnächst sein Laden dichtmachen, weil gegen ihn - OBWOHL er Steuern und Sozialabgaben zahlt - wegen Schwarzarbeit ermittelt wird. Sogar eine Hausdurchsuchung wurde bei ihm durchgeführt, weil ein Mitarbeiter des landkreises ihn beim Haare schneiden gesehen hat. "Die schwere der Tat" lässt den LK eine Hausdurchsuchung beantragen und das Amtsgericht hält die Hausdurchsuchung, wegen unerlaubtem Handwerk(Schwarzarbeit!) für verhältnismäßig. Schaden ensteht nun für die verunsicherten Kunden und den Betrieb in der Göttinger Innenstadt aber auch das Ansehen des Rechtsstaates gerät gewaltig ins Wanken, wenn für alte Zunftideologie Grundrechte herhalten müssen.
    Die Spuren dieser Schwarzarbeiterjagd stehen in keinem Verhältniss zu dem angeblichen Schaden durch "Schwarzarbeit".
    Schade dass sich Politiker für die Intressen der etablierten Handwerksbetriebe hergeben aber nicht für die Intressen der Bürger.
    Jonas Kuckuk
    Handwerker ohne Meisterbrief
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Schwarzarbeit Der Schwarzarbeiter – 25.09.09
    Das ist doch lächerlich was der LK Göttingen da vor hat.Viele Handwerksbetriebe können ohne Schwarzarbeit gar nicht leben.Da arbeiten die Mitarbeiter am Wochenende mit dem Werkzeug der Firma bei Kunden, dafür muss das Material über den Betrieb gekauft werden.So sieht alles ganz offiziell aus und wenn der Zoll wirklich kommen sollte kann nach Ausführung der Arbeiten immer noch eine Rechnung geschrieben werden.Solange die Steuern und Abgaben weiter steigen, wird die Schwarzarbeit auch immer mehr.Es werden Milliarden für die Grossen verpulvert, und die Kleinen lässt man im Regen stehen und hetzt denen noch den Zoll auf den Hals.
    Hurra Deutschland !!!!
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Kommentar schreiben

Anzeige

Anzeige

GT-Extra

GT-Extra

Göttingen und die Region aus der Vogelperspektive entdecken? Mit den Webcams des Tageblattes kein Problem.
weiter zum Artikel

Bilder, die bewegen: Das sind die Lokalen Videos des Tageblattes.
weiter zum Artikel

Das Wissen über die Geschichte der Region wird im digitalen Heimatarchiv des Tageblattes gesammelt. Hier geht es zu Wiki-Göttingen.
weiter zum Artikel

Seien Sie live dabei, wenn die Baketballer der BG Göttingen Jagd auf die Körbe machen.
weiter zum Artikel

Wissenswertes aus aller Welt, tolle Basteltipps und lustige Witze - das und mehr gibt es auf Taggi-Online zu entdecken.
weiter zum Artikel

In Sekundenschnelle auf dem Laufenden sein: Mit dem GT bei Twitter ist das möglich.
weiter zum Artikel

An jedem Mittwoch - und zusätzlich "Außer der Reihe" - veröffentlicht das Tageblatt ein neues Hörstück. Hier geht es zu den Podcasts.
weiter zum Artikel

Unsere digitalen Beilagen

Geschichtswerkstatt

Göttinger Zeitreise

Wir laden Sie herzlich zu einer Reise in die Vergangenheit ein und würden uns auch freuen, wenn Sie uns helfen, weitere Dokumente zu finden. Ein Film über die 1950er Jahre in Göttingen wird daraus entstehen. mehr


 

Leser werben Leser

Prämien-Shop

Werben Sie einen neuen Abonnenten, und wählen Sie Ihre Wunsch-Prämie aus über 2.500 Top-Prämien. mehr


 

Schuldatenbank




Ticketservice

Ganz vorne mit dabei

Egal ob regionale Veranstaltung oder internationaler Top-Show-Act. In unserem Tageblatt-Ticketshop können Sie bequem am Bildschirm die gewünschten Eintrittskarten kaufen. mehr


 

So entsteht das Tageblatt...

Dieses Video zeigt Ihnen die Arbeit von Redaktion, Rotation und Vertrieb im Druckhaus Göttinger Tageblatt. mehr


 

E-Shop

E-Shop

Der "Hohe Hagen" in Dransfeld: Ausgangspunkt für die Landvermessung durch Carl Friedrich Gauß und seit seit 100 Jahren Standort für den Gaußturm mit Panoramablick bis zum Harz, nach Hessen und Thüringen.
weiter zum Artikel

Göttinger Tageblatt Mediengruppe

Das Unternehmen im Überblick

Die Göttinger Tageblatt Mediengruppe ist das führende Medienhaus in Südniedersachsen – ein moderner Dienstleister für Kommunikation, Nachrichten, Werbung und Druck. mehr


 

Veranstaltungen

Tipps rund um die Uhr

Haben Sie Lust auf Nachtleben oder Oper? Darf eine Lesung sein oder eine Ausstellung? Hier finden Sie alle Termine. mehr