Bringt Berufserfahrung mit in die Selbstständigkeit: Ina Renner (l.) mit Bürokraft Gabriele Welge im neuen Schulungsraum.
Auf einer Fläche von 120 Quadratmetern hat die 39-Jährige das Zentrum im Dransfelder Industriegebiet, An der Dehne 2, eingerichtet. Im modern ausgestatteten Schulungsraum stehen Beamer, Tische und Stühle bereit. 25 Personen passen in den 30 Quadratmeter großen Raum. Investieren musste Renner nur in die Technik. Die Renovierung geschah in Eigenleistung.
Die Schulungen richten sich an Fahrer der Klassen C/CE (Lkw) sowie C1 (über 3,5 Tonnen). „Fahrsicherheit, Ladungssicherung, Lenk- und Ruhezeiten, Zollverfahren, Sozialvorschriften“, zählt Renner Module auf, die sie in Theorie und Praxis vermitteln wird. 1500 Unterrichtsfolien hat sie dafür angeschafft. Jeden Sonnabend wird zudem ein Lkw aus Kassel geholt, um auf dem Hof vor den Schulungsräumen die Ladungssicherung zu üben. Ein Kleintransporter soll angeschafft werden, ebenfalls zu Übungszwecken. Da sich im Industriegebiet ein Wendehammer befindet, werden auch Fahrübungen zum Programm gehören. Eigens dafür stellt Renner ab Mitte 2011 einen Fahrlehrer an. Beratung „in allen relevanten Fragen“ bietet sie sechs Monate über die Schulungsdauer hinaus. Zudem will sie im Bedarfsfall Rechtsanwälte oder Ärzte vermitteln.
„Die Transportunternehmen sind verpflichtet, ihre Fahrer regelmäßig zu schulen“, sagt Renner. Das werde durch das Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz (BKrFQG) geregelt. Hintergrund seien die viel zu häufigen Unfälle mit Beteiligung von Berufskraftfahrern. Renner selbst hat bereits einige schlimme Unfälle miterlebt. Als Fahranfängerin kippte ihr der eigene Lkw um. Nun wird sie in den Schulungen Sicherheit nach dem BKrFQG vermitteln.
Die dreifache Mutter hörte im Februar 2008 als Lkw-Fahrerin auf: „Ich war platt, wollte nach Hause“. Sie schulte um, machte eine Ausbildung als Fachkraft für Verkehrslogistik. Während zwei Praktika bei Becker’s Bester in Lütgenrode und der Kasseler Spedition Würfel übernimmt sie Büro-Aufgaben, schult Lageristen und Staplerfahrer, ist für Wartungsarbeiten zuständig. Nach der Ausbildung bleiben Bewerbungen in ihrem neuen Beruf erfolglos. Statt den „Kopf zwischen die Schulter“ zu nehmen, forcierte sie die Selbstständigkeit. Derzeit macht Renner Werbung bei potentiellen Kunden in der Region. An der von vielen Lastwagen befahrenen Bundesstraße 3 wird ein Hinweisschild aufgestellt.
Renner überlegt zudem, Sicherheitsschulungen für Pkw-Fahranfänger anzubieten – „als ergänzendes Angebot“. Denn zu den etablierten Fahrschulen in der Region wollen sie keine Konkurrenz aufbauen.
Ein Informationsabend mit Einweihungsfeier findet am Freitag, 13. August, um 19 Uhr in den Schulungsräumen statt.
Von Björn Dinges
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