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Wirtschaft Bihunsuppen-Fabrik musste zeitweise Betrieb stoppen
Nachrichten Wirtschaft Bihunsuppen-Fabrik musste zeitweise Betrieb stoppen
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00:20 16.06.2018
In Barterode wird wieder Bihunsuppe gekocht – und es gibt Kaufinteressenten für die angeschlagene Athalevo Foods GmbH. Quelle: Christina Hinzmann
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Barterode

Fünf bis sieben Tage habe der Betrieb stillgestanden, „aber inzwischen wird wieder produziert“, bestätigte am Mittwoch der beauftragte Insolvenzverwalter Jens Köke. Weil der Suppenproduzent vorübergehend nicht zahlen konnte, hätten Lieferanten bestellte Ware zurückgehalten – es konnte keine Suppe gekocht werden. Inzwischen seien alle wieder an Bord. Auch die Kunden würden der früheren Barteröder Feinkost GmbH und heutigen Athalevo Foods GmbH die Treue halten – „die Bestellungen laufen weiter“.

Damit sei der „erste und wohl wichtigste“ Schritt getan. „Hätten wir das nicht hingekriegt, wäre die Messe gelesen gewesen“, ergänzte Köke. Am Dienstag hatte das Amtsgericht Göttingen das Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der Gesellschaft bestätigt. Nach einer Verfügung vom 25. Mai darf die Gesellschaft ohne die Zustimmung des Insolvenzverwalters vorerst kein Vermögen veräußern oder belasten sowie finanzielle Ansprüche abtreten beziehungsweise Forderungen einziehen.

In zweiten großen Schritt komme es darauf an, der Firma eine sichere Zukunft zu geben. Dabei gebe es zwei Zielrichtungen: „Wir schauen jetzt, welche Chancen der Betrieb von innen heraus bietet“, sich zu sanieren, so Köke. Dazu gehöre auch ein Blick auf die Angebotspalette. Ob es zudem personelle Veränderungen oder einen Personalabbau geben wird, sei völlig offen und stehe nicht im Fokus. Zurzeit gebe es etwa 70 Beschäftigte am Standort in Barterode, davon rund 25 Teilzeitkräfte.

Parallel suche er nach Investoren beziehungsweise Käufern, die den Betrieb übernehmen und in eine sichere Zukunft führen. Dazu Köke: „Das Interesse ist da, und ich habe bereits erste Gespräche geführt.“

Erschwert werde die Lage durch den Zeitpunkt der drohenden Insolvenz, der diese wiederum auch mit ausgelöst haben könnte: Die Sommermonate seien schon immer die schwächste Phase für den Verkauf von Suppen gewesen. „Wir hoffen, dass es Ende August oder Anfang September wieder mehr Bestellungen gibt und bergauf geht“, sagte der Verwalter.

Über die Ursachen für die erneute finanziellen Schieflage könne er noch keine Angaben machen. Ein Grund sei sicher der sich wandelnde Trend bei Kunden, immer weniger Fertig- und Dosenprodukte für Küche und Tisch zu kaufen. Das Barteräder Unternehmen biete inzwischen zwar eine neue Angebotspallette mit Suppen im Glas an, „aber diese Strategie schlägt noch nicht durch“.

Im Sommer 2015 war der als Barteröder Feinkost GmbH geführte Lebensmittelhersteller mit dem Schwerpunkt der Suppenproduktion schon einmal in finanzielle Schieflage geraten. Im Frühjahr 2016 schließlich hatte die neu gegründete Athalevo Foods GmbH den Betrieb aus dem Insolvenzverfahren heraus übernommen und führt sie bis heute weiter. Geschäftsführer beider Gesellschaften war beziehungsweise ist Thomas Loibl. Loibl wollte sich am Mittwoch nicht zu dem neuen Insolvenzantrag äußern und verwies auf den Verwalter.

Von Ulrich Schubert

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