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Vom Brot für Familie und Freunde zur Bäckerei

Brothof in Waake Vom Brot für Familie und Freunde zur Bäckerei

Bio ist in aller Munde. Spätestens seit dem Dioxin-Skandal Anfang des Jahres wollen die Verbraucher genau wissen, was bei ihnen auf den Tisch kommt. In der Serie „Alles Bio“ informiert das Tageblatt über Erzeuger, Händler und Direktvermarkter von ökologisch erzeugten Lebensmitteln. Heute: Der Brothof in Waake.

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Einblick in die Backstube: Hannes von Grafenstein-Lohrberg bei seiner Arbeit.

Quelle: Hinzmann

In der Backstube hängt ein schwacher Duft von Koriander. Vom Gewürzbrot, erklärt Hannes von Grafenstein-Lohrberg. Die Brote sind am späten Vormittag längst im Laden. Ordentlich aufgereiht warten die Kastenformen auf den nächsten Einsatz in der kommenden Nacht. Im holzbefeuerten Steinofen wird fünfmal pro Woche zu nachtschlafender Zeit gebacken.

1986 hat der studierte Landwirt den Familienbetrieb ins Leben gerufen. Mit dem Brotbacken habe er schon früh angefangen. Erst habe er nur für die Familie gebacken, dann für Nachbarn und Kollegen. 1988, zwei Jahre nach dem Start in Waake, habe er die Bio-Bäckerei als Nebengewerbe zur Landwirtschaft angemeldet und die Backstube gebaut. „Das Brot lief gut“, erzählt er zufrieden. Bis heute ist das so geblieben. Mittlerweile hat von Grafenstein-Lohrberg mehr als zehn Brotsorten, Brötchen und Feingebäck zu bieten.

Doch auf dem Brothof gibt es mehr als Brot. Als Direktvermarkter bietet der Bioland-Betrieb Saisongemüse, Kartoffeln sowie Fleisch- und Wurstwaren an. Rund 30 Angus-Rinder werden hier in der Herde für die Biofleischproduktion gehalten. Zum Schlachten fahren sie, ohne unnötigen Stress durch lange Transportwege, in die Schlachterei Kerl in Ebergötzen. Das gleiche gilt für die 30 Ferkel, die auf dem Brothof groß gezogen werden. Auf mittlerweile 50 Hektar Land, durch den Bau der neuen B 27 werden es wieder sechs Hektar weniger, wird das Getreide für das Futter und das Brot zum größten Teil selbst angebaut. Wenn der Landwirt neue Flächen hinzunimmt, gilt eine Übergangszeit von zwei Jahren, bis er sie als Biofläche nutzen kann.
Kartoffeln sind „so ziemlich das einzige“, was der Brothof an den Großhandel verkauft, an Naturkost Elkershausen in Göttingen. Sonst beliefert er viele kleine Naturkostläden. Für den Direktverkauf führt die Bäuerin Conny von Grafenstein-Lohrberg den Brothof-Laden an der B 27. Für die Göttinger ist der Weg zum Brothof-Stand auf dem Wochenmarkt kürzer.

„Die Arbeit ist jahreszeitlich geprägt“, sagt von Grafenstein-Lohrberg. Wenn in der Backstube alles fertig sei, gelte es „jeden Tag neu zu überlegen, was als Nächstes dran ist“. Mit einem Auszubildenden in der Landwirtschaft und Unterstützung durch einen Bäcker sowie Teilzeitkräften für den Laden bewältigt der Landwirt mit Frau und einer Tochter die reichliche Arbeit im Betrieb. Wer den Brothof kennenlernen möchte, sollte sich den 4. September notieren: Ab 11 Uhr wird dort am ersten Sonntag im Monat das große Brothof-Fest gefeiert.

Brothof Waake
Hannes und Conny von Grafenstein-Lohrberg
Oberdorf 13
37136 Waake
Telefon und Fax: 0 55 07 / 22 90
Internet und E-Mail: www.brothof-waake.de; webmaster@brothof-waake.de
Brothofladen
Hacketalstraße 1
37136 Waake
Öffnungszeiten: montags bis freitags 9 bis 18 Uhr, sonnabends 9 bis 13 Uhr

Von Ute Lawrenz

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