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Frauenärztin Dr. Suraya Ishaqzay aus Afghanistan

„Die ganze Welt in Göttingen“, Teil 36 Frauenärztin Dr. Suraya Ishaqzay aus Afghanistan

Mehr als 25 Prozent aller Unternehmensgründungen in Niedersachsen fallen auf ausländische Mitbürger. Auch in Göttingen und in der Region wächst die Zahl der Betriebe von Gründern mit internationalen Wurzeln. Das Tageblatt stellt einige Firmen in der Serie „Die ganze Welt in Göttingen“ vor. Heute: Gynäkologin Dr. Suraya Ishaqzay aus Afghanistan.

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Fühlt sich in Deutschland wohl, will aber auch ihrem Land dienen: Dr. Suraya Ishaqzay aus Afghanistan.

Quelle: Hinzmann

Northeim. Mit zwei Jahren hat Suraya Ishaqzay ihre Heimat Afghanistan verlassen. Ihr Vater musste beruflich nach Russland. Der Journalist nahm seine Frau und die fünf Kinder mit in die russische Hauptstadt, wo er als Korrespondent für Radio Moskau arbeitete. Suraya besuchte dort die Grundschule, lernte Russisch und musste sich komplett neu orientieren, als es wieder zurück nach Kabul ging.

Später lebte sie noch einmal  zwei Jahre in Moskau, um am Institut für Fremdsprachen zu studieren. 1985 dann, mit der sowjetischen Invasion in Afghanistan, änderte sich alles. Die Familie musste aus der Heimat fliehen, kam nach einem Pakistanaufenthalt nach Deutschland und beantragte Asyl.

Als Suraya 1987 in Kassel ankam, war sie 23 Jahre alt, sprach Russisch, Englisch und Afghanisch und musste eine weitere Sprache erlernen: Deutsch. „Wenn man schon drei Sprachen kann, geht es leichter“, weiß sie heute. Und wenn eine polnische Patientin in ihre Praxis kommt, dann kann sie auch diese in deren Muttersprache begrüßen.

In Kassel absolvierte sie damals Sprachkurse, erwarb die deutsche Hochschulreife nach einjährigem Besuch des Witzenhäuser Studienkollegs und begann ein Medizinstudium in Marburg. Nach dem ersten Semester wechselte sie nach Göttingen, wo ihr Mann mit dem sechsmonatigen Sohn Pasoon lebte.

Söhne studieren in Göttingen

Den afghanischen Agraringenieur Enayet Ishaqzay hatte sie in der Kasseler Zeit kennengelernt und geheiratet. Im Studium kam das zweite Kind, Sabaun. Beide Söhne studieren heute in Göttingen Jura und Politikwissenschaften.

Schon als Schülerin hatte Suraya den Wunsch, Medizin zu studieren. 1997 beendete sie ihr Studium, arbeitete ein Jahr als Ärztin im Praktikum in der Göttinger Humangenetik, wo sie auch promovierte. 2000 wechselte die Medizinerin in die Frauenklinik, war nach fünf Jahren Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Es folgten vier Jahre im Medizinischen Versorgungszentrum in Hann. Münden, bis sie sich im Dezember 2009 in Northeim in der Straße Sturmbäume 3 selbstständig machte.

Ohne den Rückhalt ihres Mannes und der Eltern hätte sie es nicht geschafft, dankt Suraya Ishaqzay der Familie. Heute ist sie erfüllt von ihrem Beruf, sagt die Ärztin, freut sich über Patientinnen aus Polen, der Türkei, aus Russland und Rumänien, aus Albanien und dem Iran, denen sie helfen kann. Die sprachliche Flexibilität mache vieles einfacher, auch die Kenntnis der kulturellen Hintergründe sei bei den Patientinnen wichtig.

Heimat immer im Herzen

In Göttingen lebt sie gern, hat einen großen Freundeskreis mit deutschen und afghanischen Bekannten, und trotzdem „trägt sie ihre Heimat immer im Herzen“. Noch kein einziges Mal war sie nach der Flucht vor fast 30 Jahren jedoch in Afghanistan. Anders ihr Ehemann. Er war schon mehrfach als Entwicklungshelfer in der Heimat tätig. „Ein Patriot“, sagt seine Frau.

Auch Sohn Pasoon hat Afghanistan schon besucht, und es habe ihm sehr gefallen, weiß die Mutter. Beide in Göttingen geborenen Söhne sprechen die Sprache ihrer Eltern fließend.

Für die Mädchen und Frauen in Afghanistan wünscht sich die Medizinerin, „dass sie eines Tages die gleiche Bildung und Freiheit haben wie ich in Deutschland“. Suraya Ishaqzay kommt aus einem gebildeten, weltoffenen Haus. Ihre Geschwister, die in Hamburg leben, haben nach der Flucht Medizin und Ingenieurwesen studiert.

Die 50-jährige Gynäkologin sehnt sich nach ihrer Heimat. Sie will dem Land etwas von ihrem Wissen zurückgeben und dem Volk helfen, sagt sie. Am wichtigsten für die Freiheit ist Bildung, betont Suraya Ishaqzay.

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Der Allgemeinmediziner Karl-Heinz Siemerkus gibt seine Praxis Auf der Spiegelbrücke über der Turm Apotheke auf. 36 Jahre lang stand er nicht nur dort, sondern auch bei unzähligen Hausbesuchen seinen Patienten zur Verfügung. Zudem war er 16 Jahre lang Vorsitzender des Ärztevereins Duderstadt und mehr als 25 Jahre Mannschaftsarzt der ersten Herrenmannschaft im TV Jahn.

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