Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 4 ° Regen

Navigation:
Parträt: US-Amerikanerin Landry betreibt Übersetzungsbüro in Göttingen

Mitarbeiter in vielen Ländern Parträt: US-Amerikanerin Landry betreibt Übersetzungsbüro in Göttingen

Mehr als 25 Prozent aller Unternehmensgründungen in Niedersachsen fallen auf ausländische Mitbürger. Auch in Göttingen wächst die Zahl der Betriebe von Gründern mit internationalen Wurzeln. Das Tageblatt stellt einige Firmen in der Serie „Die ganze Welt in Göttingen“ vor. Heute: „Landry & Associates International“.

Voriger Artikel
Porträt: „Weender Nähstube“ von Xuan Hong Luu in Göttingen
Nächster Artikel
Porträt: Usama Ahmads Kfz-Werkstatt in Göttingen

Lebt gern in ihrer Wahlheimat Göttingen: Übersetzerin Deborah Landry

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Eine Übersetzung ins Albanische? „Kein Problem“. Und ins Khmer? „Wird gemacht“. Deborah Landry verfügt über mehr als 1000 freiberufliche Mitarbeiter weltweit. Ein Anruf plus eine E-Mail – und schon macht sich irgendwo auf dem Globus ein Muttersprachler an die in Auftrag gegebene Übersetzung.

Die 56-Jährige übersetzt auch selbst, und zwar vom Deutschen in ihre englische Muttersprache. Darüber hinaus lektoriert und redigiert sie englischsprachige Texte deutscher Autoren. Spezialisiert hat sich die Tochter eines Arztes auf medizinisch-pharmazeutische Themen, weswegen Firmen wie Bayer, Novartis und Sanofi (früher Hoechst), aber auch viele medizinische Fakultäten und Universitätsprofessoren einen Großteil ihrer Kunden ausmachen.

„Den Pazifik vermisse ich bis heute“

Ursprünglich stammt Landry aus den USA. Geboren in Reading, Pennsylvania, wuchs sie in einem Vorort von Los Angeles auf. Auf einem Segeltörn – „den Pazifik vermisse ich bis heute“ – lernte sie ihren späteren Ehemann kennen, einen Deutschen. Anfang der 80er-Jahre wagte sie seinetwegen den Sprung über den großen Teich.

Die Ehe hielt nicht lange, aber Landry blieb in ihrer neuen Heimat. Von Anfang an arbeitete die Absolventin der University of San Diego (Englische Literatur und kreatives Schreiben) auf eigene Rechnung. „Das Unternehmertum liegt unserer Familie im Blut. Schon mein Vater und Großvater waren selbstständig.“

Überhaupt seien die Amerikaner risikofreudiger, die Deutschen dagegen mehr auf Sicherheit bedacht. „In der Frankfurter Allgemeinen stand kürzlich, dass sich zwei Drittel der Menschen hierzulande keine eigene Firma wünschen. Das wäre in den USA unvorstellbar – da will jeder sein eigener Boss sein.“

Vom Home Office aus

Als ihr eigener Boss vertrieb Landry zunächst Kosmetika. Besann sich dann auf ihre größten Stärken – ihr muttersprachliches Englisch sowie ihre Fähigkeit, präzise zu formulieren – und wurde Übersetzerin. Auf Honorarbasis, vom Home Office aus. Als eine der ersten Göttinger Gewerbetreibenden kaufte sie sich einen PC, für stolze 6000 Mark.

„Mein damaliger Mann schimpfte wie ein Rohrspatz“, erinnert sie sich, „er meinte, ich würde das Geld zum Fenster rauswerfen“.1987 eröffnete sie zusammen mit einem Briten ihr eigenes Übersetzungsbüro, „Landry & Locke Übersetzer BDÜ“. Neun Jahre später stieg ihr Geschäftspartner aus, seitdem firmiert die Firma unter „Landry & Associates International“.

Mittlerweile ist Debbie, wie ihre Freunde sie nennen, auch Gerichtsdolmetscherin. Beeidigt für die Gerichte und Notare des Landgerichtsbereichs Göttingen, wie es offiziell heißt. Die passionierte Tennisspielerin mag Deutschland. Als Übersetzerin, die sich auf medizinische Texte spezialisiert hat, interessiert sie sich natürlich für Gesundheitspolitik und stellt dem deutschen Gesundheitswesen ein gutes Zeugnis aus.

Radfahrkultur

Die Bundesrepublik bezeichnet sie als sauberes Land, ihre Bürger als überaus tolerant. Was sie an Göttingen besonders mag, ist die Radfahrkultur. „Als junges Mädchen habe ich mir geschworen, später nicht jeden Tag stundenlang auf dem Freeway im Stau zu stehen, wie das in Los Angeles üblich ist.“

Diesen Schwur hat sie gehalten und legt fast jeden Weg innerhalb Göttingens mit dem Rad zurück. Gelegentlich erinnert sie sich an ihre Studienzeit in Südkalifornien. „Mein Vater war von meiner Fächerwahl nicht begeistert, sagte immer, ich hätte mit ihr auf dem Arbeitsmarkt keine Chance.“ Sie lacht: „Er hat sich geirrt – und ist später stolz auf mich gewesen.“

Von Hauke Rudolph

Voriger Artikel
Nächster Artikel
DAX
Chart
DAX 13.057,00 -0,01%
TecDAX 2.547,25 +0,14%
EUR/USD 1,1741 +0,05%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

VOLKSWAGEN VZ 168,07 +1,54%
MERCK 90,65 +0,62%
DT. BANK 16,39 +0,53%
RWE ST 19,52 -2,85%
E.ON 9,67 -1,58%
SIEMENS 114,02 -0,72%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 237,85%
Commodity Capital AF 195,69%
Allianz Global Inv AF 129,71%
Apus Capital Reval AF 99,67%
FPM Funds Stockpic AF 97,68%

mehr

Wirtschaft Rubriken
Rubriken Wirtschaft Göttingen und die Welt
Sommerfest der Südniedersächsischen Wirtschaft