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Porträt: Schotte Rod Prosser ist Gastwirt in Göttingen

Überzeugter Göttinger Porträt: Schotte Rod Prosser ist Gastwirt in Göttingen

Mehr als 25 Prozent aller Unternehmensgründungen in Niedersachsen fallen auf ausländische Mitbürger. Auch in Göttingen wächst die Zahl der Betriebe von Gründern mit internationalen Wurzeln. Das Tageblatt stellt einige Firmen in der Serie „Die ganze Welt in Göttingen“ vor. Heute: Rob Prossers Buddah-Lounge.

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Hat die Welt gesehen und in Göttingen Fuß gefasst: der gebürtige Schotte und weitgereiste Weltenbummler Rod Prosser.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Wer die Buddha-Lounge betritt, erblickt als erstes eine Statue des Namengebers. Entspannt, friedvoll und glückselig ist das in Stein gehauene Gesicht des Buddhas, und genauso ist auch die Atmosphäre in Rob Prossers Bar: Relaxed, geruhsam, unaufgeregt. Ganz anders, als das bisherige Leben des Pächters.

Der 46-jährige britische Staatsbürger ist viel herumgekommen, hat eine Menge gesehen und noch mehr erlebt. Geboren in einem kleinen Dorf in Schottland in der Nähe von Glasgow, wanderte der damals fünfjährige Rob 1972 mit seiner Familie nach Rhodesien (seit 1980 Simbabwe) aus, wo seine Mutter ein Hotel führte, und sein Vater eine Druckerei leitete.

Die Wanderlust packte ihn

Nach dem Schulabschluss ging er nach Johannisburg und lernte Versicherungskaufmann. Doch Südafrika befand sich in Aufruhr, außerdem packte ihn die Wanderlust: Prosser brach seine Zelte ab und ging nach Europa. Drei Jahre lang trampte er kreuz und quer über den Kontinent, jobbte auf dem Bau, in Kneipen, im Hafen, lebte in London, Prag, Madrid und München: „Dort war ich Kellner auf dem Oktoberfest.“

Als Montagearbeiter kam er nach Göttingen. „Hier lernte ich eine Frau kennen, wir heirateten, und mein Wanderleben hatte ein Ende.“ Das Paar zog nach Südafrika, wo Prosser wieder als Versicherungskaufmann anfing und Sohn Kevin, der heute in Kassel Maschinenbau studiert, geboren wurde.

„weil ich gut war und ein Arbeitstier bin.“

Vier Jahre später ging es zurück in die Leinestadt, in der Prosser aufgrund seiner kaufmännischen Ausbildung und seiner Sprachkenntnisse als Export-Disponent bei der Spedition Herman Weber antreten konnte. Im Laufe der nächsten zwölf Jahre arbeitete er bei verschiedenen Speditionen, wurde immer wieder abgeworben, „weil ich gut war und ein Arbeitstier bin.“

Irgendwann kam der Punkt, an der er nicht mehr wollte, und weil inzwischen auch seine Ehe gescheitert war und er eine Auszeit brauchte, kündigte Prosser und ging nach London, um dort einen Kurierdienst zu eröffnen. Vier Jahre später war er wieder in Göttingen. Und weil dort seine ehemalige Stammkneipe „Abraxas“ zum Verkauf stand und der Fan von Eric Clapton und Paul Weller immer davon geträumt hatte, seine eigene Kneipe zu führen, schlug er kurzerhand zu, machte aus dem ziemlich „heruntergekommenen Schuppen mit zweifelhaftem Publikum“ eine Musikkneipe, wo sich Menschen „von 18 bis 80“ treffen.

An der Wand hängen Bilder von Buddha, Led Zeppelin und John Lennon, die Fahnen von Schottland und Simbabwe sowie eine Gitarre, die jeder zur Hand nehmen kann. In unregelmäßigen Abständen finden vom Kreuzberg on KulTour e. V. veranstaltete Abende mit offener Bühne statt, auf der nach Herzenslust gespielt, gesungen und rezitiert wird.

„als einzige Gaststätte in Göttingen“

Die meisten Gäste kennt Prosser mit Namen. Vor ein paar Wochen trat Prossers Vermieter an ihn heran: „Ich hätte da ein Objekt für Sie. Das Alt Göttingen am Groner Tor.“ Posser überlegte zwei Tage und entschied: „Wer etwas erreichen will, muss ein Risiko eingehen.“ Seit Anfang Oktober führt er nun die traditionsreiche Pinte, hat sie mit alten Bildern und Devotionalien ausgestattet und dafür gesorgt, dass sie – „als einzige Gaststätte in Göttingen“ – Astra Rotlicht ausschenkt.

Der Mann, der in so vielen Metropolen gewohnt hat, ist überzeugter Göttinger: „Die Stadt ist klein genug, dass man die Übersicht behält, und groß genug, um alles zu bieten, was man braucht.“ Prosser hat einen britischen Pass, ist stolz auf seine schottische Herkunft und liebt seine Wahlheimat Göttingen.

Trotzdem sehnt er sich manchmal nach Simbabwe zurück. Er vermisst das tropische Klima, Rugby und Cricket, die Weite und die wilden Tiere: „Man kann sich dort einfach ins Auto setzen, in die Wildnis fahren und Löwen, Giraffen und Nashörner sehen.“ Er könne sich vorstellen, wieder ins Land seiner Kindheit zurückzukehren, jedoch nur, wenn sich die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse ändern: „Diktator Robert Mugabe hat das Land ruiniert – derzeit ist es fast unmöglich, dort zu leben.“

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