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Weihnachtsbier lässt die Kasse klingeln

Einbecker Brauhaus, Teil 14 Weihnachtsbier lässt die Kasse klingeln

Die Georg-August-Universität feiert in diesem Jahr ihr 275-jähriges Bestehen. Das haben Inhaber der ältesten Göttinger Geschäfte zum Anlass genommen, die Aktion 200plus zu initiieren. Ein gutes Dutzend Unternehmen kann auf eine mehr als 200-jährige Geschichte zurückblicken. Das Tageblatt stellt sie in einer Serie vor. Heute: Einbecker Brauhaus.

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„Vergiss alles, was du bisher gelernt hast“

Pflegen die Jahrhunderte alte Brautradition Einbecks: Marketingchef Ingo Schrader und Vorstand Walter Schmidt (rechts).

Quelle: Vetter

Einbeck. Dass Bier einmal ein Negativ-Image erhalten würde, hat sich im Jahr 1378 wohl kein Einbecker träumen lassen. Bereits damals ist in der Stadt an der Ilme nachweislich Bier gebraut worden. „Doch die Verbrauchergewohnheiten ändern sich mittlerweile in atemberaubender Geschwindigkeit“, berichtet Walter Schmidt, Vorstand der Einbecker Brauhaus AG. Der Anteil des Bieres sei seit 1970 von 140 auf heute 107 Liter im Jahr gefallen.

Der Vorstand bedauert, dass Journalisten Artikel über Alkoholismus mit Fotos biertrinkender Menschen bebildern. Er meint, dass Trinker eher zu Hochprozentigem griffen. Auch die politischen Rahmenbedingungen seien dem Bierkonsum abträglich. Schmidt nennt das Rauchverbot in Kneipen und das an sich ja zu begrüßende schärfere Durchgreifen gegen Promille-Piloten am Steuerrad.

„Die Konsequenz für die Brauereien ist ein harter Verdrängungswettbewerb“, berichtet der Manager. Markenhersteller würden Premiumbiere zu Niedrigpreisen anbieten.  Preiserhöhungen ließen sich nicht durchsetzen, obwohl die Kosten etwa für Gerste in die Höhe schössen. Bauern pflanzten heute lieber Mais für Biogasanlagen an. Der Grund: Bei Gerste bestimme sich der Preis nach dem Eiweißgehalt. Dieser schwanke unkontrollierbar.

Verändert hat sich auch der Geschmack des Verbrauchers. „Vor 30 Jahren haben wir vor allem Exportbier hergestellt, heute überwiegend Pils“, so Schmidt. Konsumenten suchten zudem Abwechslung. Trendprodukte seien andererseits schnell wieder vom Markt. Angesichts der hohen Werbekosten bringe das Brauhaus Neuheiten „wohlüberlegt“ auf den Markt. „Sehr gut“ laufe das neue Weihnachtsbier, ein mildes Pils mit gut 5 Prozent Alkoholgehalt, so Schmidt.

Seit 1997 hat die Einbecker alkoholfreies Bier im Sortiment, seit 2002 Radler. Bekannt ist das Brauhaus für das Bock-Bier. „Oanpock“ sprechen die Münchner das Wort Einbeck aus. So ist im 17. Jahrhundert in Süddeutschland der Name Bock-Bier entstanden. Es enthält deutlich mehr Alkohol wie normales Bier, was seinerzeit die Haltbarkeit auf dem langen Weg in den Süden erhöhte. Im Bock-Bier-Segment sind die Einbecker Marktführer. Doch auch hier knabbern mittlerweile Mitbewerber am Kuchen.

Doch die Einbecker geben nicht auf. „Wir investieren“, stellt Schmidt klar. Nach einer Marketing-Analyse hätte das Brauhaus ihren Markenauftritt aufpoliert. „Mit den neuen Flaschen könne man sich in den Kneipen wieder sehen lassen“, freut sich der Vorstand.

mic

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Bierabsatz bricht weiter ein
Musste sich am Dienstag massive Kritik anhören: Vorstand und Aufsichtsrat der Einbecker Brauhaus AG im Wilhelm-Bendow-Theater.

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