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00:28 02.11.2018
Will Topas noch bekannter machen: Projektleiterin Jeanne Schöningh. Quelle: r
Göttingen

Topas heißt nicht nur ein Schmuckstein und ein Spionagethriller von Hitchcock, sondern auch ein regionales Qualitätslabel für Arbeitgeber-Marketing. Seit 2013 steht das Akronym Topas für Top-Arbeitgeber Südniedersachsen. Ein Netzwerktreffen am Dienstag in der Agentur für Arbeit stimmte auf die neue Qualifizierungsrunde ein. Impulsvorträge kreisten um das sogenannte Employer Branding, um Strategien zur Steigerung der Attraktivität von Arbeitgebern.

Das wird immer wichtiger. „Während früher die Unternehmen ihre MitarbeiterInnen aussuchen konnten, buhlen sie heute um Fachkräfte“, heißt es in der aktuellen Topas-Broschüre: „Wie schwer es ist, diese nicht nur zu finden, sondern auch langfristig zu binden, erleben Unternehmen mittlerweile branchenübergreifend in der täglichen Praxis.“ In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Zahl der offenen Stellen verdoppelt, berichtete Klaus Voelcker, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit. Der Fachkräftemangel und ein hart umkämpfter Arbeitsmarkt mit immer weniger Bewerbern bestimmten auch die Gespräche am Rande des Treffens. Aktuell können 35 zertifizierte Unternehmen – vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum Global Player – Topas als Marketinginstrument nutzen. Der Prozess beginnt mit einer Ist-Analyse, alle zwei Jahre ist eine Rezertifizierung erforderlich. Die Auditierung erfolgt durch die Industrie- und Handelskammer und die Südniedersachsen-Stiftung. Zu den Interessenten für die im Januar startende neue Zertifizierungsrunde gehören eine Hausarztpraxis und eine Tischlerei aus dem Landkreis ebenso wie die Göttinger Stadtwerke.

Die individuelle Begleitung der Betriebe hob Topas-Projektleiterin Jeanne Schöningh hervor: „Topas will Unternehmen an dem Punkt abholen, an dem sie gerade sind – auch wenn sie sich mit den Themenfeldern noch nie auseinandergesetzt haben.“ Schwerpunkte der Themenfelder, die in Workshops und Vorträgen vertieft werden, sind die Mitarbeiter-Bindung und -Findung. „Wo und wofür stehen wir als Arbeitgeber? Was haben wir vor allem zu bieten? Wo wollen wir hin? Wer passt zu uns? Was können Sie konkret tun, damit ihre Mitarbeiter gern bei Ihnen tätig sind?“ nannte Bernd Fritz-Kolle als einige Kernfragen. Der Wirtschaftspsychologe und Topas-Coach der ersten Stunde ist ein „großer Fan von Probezeiten“. Im Mittelstand sei die Bindung von Mitarbeitern die wichtigste Aufgabe. Bei der Suche nach neuen Mitarbeitern dürften die Chancen der digitalen Kanäle nicht unterschätzt werden, meinte Fritz-Kolle: „Aber rein digital geht nicht.“ Gute und passende Mitarbeiter zu finden, sei zentrale Aufgabe der Zukunftssicherung von Unternehmen.

Um Unternehmenskultur, Personalmanagement und Arbeitsumgebung ging es in weiteren Kurzvorträgen. Stichworte: Führung 4.0, Familienfreundlichkeit, Organisationsstrukturen, Familienbetriebe, Design Thinking und Resilienz. Das Topas-Konzept sei in den vergangenen Wochen auch über die Grenzen der Region angefragt worden, berichtete Schöningh mit „ein bisschen Stolz“. Mit viel Power sei ein regionales Qualitätslabel auf die Beine gestellt worden: „Das bedarf vieler starker Akteure und ist hier ganz wunderbar geglückt.“

Von Kuno Mahnkopf

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