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Lufthansa fliegt auf Sparkurs

Das Geschäft der Lufthansa hat im zweiten Quartal deutlich angezogen, dennoch dreht das Management unvermindert an der Kostenschraube. Die Frachttochter Lufthansa Cargo erzielte unterdessen das beste Halbjahresergebnis ihrer Geschichte.

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© ap

Die Lufthansa schürt nach einem Gewinn im zweiten Quartal Hoffnungen auf die kommenden Monate. Das laufende Jahr biete „mehr Chancen als Risiken“, sagte Finanzvorstand Stephan Gemkow am Donnerstag bei der Vorlage des Zwischenberichts. Auf den Strecken nach Asien und Amerika sei das Vorkrisenniveau bereits wieder erreicht. Der Europaverkehr erhole sich hingegen langsamer.

Das Management dreht indes unvermindert an der Kostenschraube, um auch im Gesamtjahr schwarze Zahlen vorweisen zu können – denn der Gewinn des zweiten Quartals reichte nicht aus, um den massiven Verlust vom Jahresauftakt bereits zur Jahresmitte wieder auszugleichen. Im zweiten Quartal flog die Gesellschaft trotz der Flugausfälle infolge der Aschewolke aus Island einen Gewinn von 194 Millionen Euro ein. Der Verlust aus dem ersten Jahresviertel, als der harte Winter und ein Pilotenstreik das Ergebnis massiv belastet hatten, war allerdings anderthalb Mal so hoch gewesen.

Nach den ersten sechs Monaten steckt die Lufthansa daher unter dem Strich noch immer mit 104 Millionen Euro in den roten Zahlen. Der operative Verlust belief sich auf 171 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte dank der Übernahme der Fluglinien British Midland (BMI) und Austrian Airlines (AUA) um fast ein Viertel auf 12,6 Milliarden Euro.

Die Frachttochter Lufthansa Cargo erzielte unterdessen das beste Halbjahresergebnis ihrer Geschichte. Die Gesellschaft war 2009 besonders schwer von der Wirtschaftskrise getroffen worden und tief in die Verlustzone gestürzt. Im ersten Halbjahr verdiente sie nun operativ 144 Millionen Euro, davon 109 Millionen Euro im zweiten Quartal. Das Kostenmanagement habe sich ausgezahlt, sagte Gemkow.

Solche Erfolge stehen im Passagiergeschäft noch aus. Zwar erholen sich laut Gemkow die Buchungen für die lukrative First und Business Class sowie die Erlöse auf der Langstrecke zusehends. Dennoch steckt das Passagiergeschäft der Lufthansa nach sechs Monaten operativ noch mit 342 Millionen Euro im Minus. Einzig die Schweizer Tochter Swiss konnte einen operativen Gewinn von 54 Millionen Euro beisteuern. BMI, AUA, der Billigflieger Germanwings und die Fluglinien unter der Marke Lufthansa mussten schmerzliche Verluste hinnehmen.

„Wir werden unsere Hausaufgaben machen und die Kostenmanagement-Programme in allen Bereichen weiter vorantreiben“, sagte Gemkow. Die Lufthansa hat für das eigene Passagiergeschäft wie für ihre Töchter bereits umfangreiche Sparprogramme eingeleitet. So sollen die angeschlagenen Gesellschaften AUA und BMI umstrukturiert und in die Gewinnzone geführt werden. Im eigenen Passagiergeschäft will der Vorstand die jährlichen Kosten bis Ende 2011 um eine Milliarde Euro senken.

Sorgen machen dem Vorstand weiterhin die Flüge innerhalb Europas und Deutschlands. Die lukrative Business und First Class steuerten hier nur 27 Prozent zum Umsatz bei, sagte Gemkow. Zudem trübt die von der Bundesregierung geplante Flugticketsteuer die Aussichten.

dpa


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