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Wirtschaft Bei E-Mobilität hinkt Deutschland weit hinterher
Nachrichten Wirtschaft Bei E-Mobilität hinkt Deutschland weit hinterher
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00:22 11.11.2018
„Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen für die E-Mobilität“: Alex Holtzmeyer vom Bundesverband eMobilität. Quelle: R
Göttingen

Alle reden von E-Mobilität und das Interesse ist groß, aber Deutschland hinkt international weit hinterher. Über diese ernüchternde Feststellung haben bei einem Unternehmerfrühstück in Göttingen vor allem Logistiker diskutiert.

Alex Holtzmeyer, Niedersachsenreferent für den „Bundesverband eMobilität“, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er über den aktuellen Stand der Elektromobilität in Deutschland und Europa spricht: „Andere Länder sind da sehr viel weiter, wir liegen um Jahre zurück und werden diesen Abstand in absehbarer Zeit auch nicht aufholen.“ Eine schonungslose Aussage, die manchen Unternehmer im Tagungsraum des Göttinger Hotels Freigeist dann doch überrascht.

Mobilitätscluster Göttingen

Sie alle sind Logistiker – ob als Spediteure, ITler oder Handelstreibende. Das Logistik und Mobilitäts-Cluster Göttingen/Südniedersachsen und der Verein Logistikportal Niedersachsen hatten am Mittwoch zum 5. Unternehmerfrühstück „Logistik & Mobilität“ eingeladen. Eine Veranstaltung mit zwei Kurzreferaten in entspannter Atmosphäre.

Unternehmerfrühstück in Göttingen: Christine Kroß (Mobilitätscluster), Christian Finck (Stadtwerke), Holger Spies (Logistikportal), Alex Holtzmeyer (Bundesverband eMobilität), Ursula Haufe (GWG) (v.l.) Quelle: R

 

Wie weit die E-Mobilität bundes- und europaweit hinterher hinkt, belegte Holtzmeyer anhand von Statistiken. Unter den Top-20 der in diesem Jahr meistverkauften E-Autos sind fast ausschließlich asiatische Modell. Und in der Diskussion wird deutlich, dass die vielen Mitglieder im Bundesverband eMobiliät – darunter führende Auto- und Elektrokonzerne – nicht ganz unschuldig sind an der Situation. Bis auf wenige „traut sich keiner in Europe, aktiv zu werden“, räumte er ein.

Das bezieht sich allerdings nicht auf die Entwicklung von Fahrzeugen, sondern auf die zwingend erforderlichen Batterien dafür. Weil sie Mangelware sind und niemand in Deutschland geeignete Akkus in großer Stückzahl produzieren will, müssten interessierte Kunden oft monatelang auf ein bestelltes E-Fahrzeug warten. Eine Feststellung, die mehrere Gäste bestätigten.

„Den können Sie sofort abholen“

Dass es schneller und besser geht, belegte Holtzmeyer mit einem E-Sprinter, mit dem er selbst angereist war: ein Maxus EV 80 aus China – „den können Sie heute bestellen und sofort abholen“. Und er leiste mehr als viele Vergleichsmodelle – auch bei der Reichweite.

Vor diesem Hintergrund fordere der Verband immer wieder, die Rahmenbedingungen für E-Mobilität zu verbessern – inklusive einer besseren Netzstruktur. Die sei in Göttingen allerdings schon recht gut, versicherte als zweiter Referent Christian Finck, Leiter für den Bereich technischer Service bei den Göttinger Stadtwerken. In der Stadt gebe bereits viele öffentlich zugängliche Ladesäulen und Wandstationen.

Großes Interesse in Göttingen

Generell gebe es immer mehr Interesse an Elektromobilität in dieser Region – und immer häufiger Anfrage bei den Stadtwerken. Oft seien es Immobilieninvestoren oder Hausverwaltungen, die ihre Garagen mit Ladestationen ausstatten wollen.

Die Stadtwerke hätten sich längst auf diesen Trend eingestellt, sagte Finck: mit eigenen Ladepunkten unter anderem in ihren Parkhäusern – und als Dienstleister. Die Gesellschaft berate bei technischen Fragen, bei Fragen zu Tarifen, zu Abrechnungsmöglichkeiten und biete auch Komplettlösungen inklusive Planung, Betrieb und Abwicklung von Ladestationen an. Mit dieser Zielrichtung gebe es zurzeit zum Beispiel konkrete Gespräche mit der Göttinger Uniklinik.  

Von Ulrich Schubert

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