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Weltweit Auch Mitsubishi entlässt Ghosn – Konzern-Allianz soll weiter bestehen
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Auch Mitsubishi entlässt Ghosn – Konzern-Allianz soll weiter bestehen
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12:36 26.11.2018
Carlos Ghosn hat nach seinem Posten bei Nissan nun auch seine Spitzenstelle bei Mitsubishi verloren. Quelle: AP
Tokio/Paris

Nach Nissan hat sich nun auch Mitsubishi Motors für eine Absetzung seines Topmanagers Carlos Ghosn entschieden. Damit regieren die Konzerne auf die Festnahme des Verwaltungsratchefs am 19. November in Tokio. Er wird beschuldigt, seine Bezüge als Verwaltungsratschef des Autoherstellers Nissan teilweise nicht offengelegt zu haben und damit gegen Finanzvorschriften verstoßen zu haben.

Wie der Spiegel am Montag berichtete, deute Nissan-Chef Hiroto Saikawa die Überprüfung der Allianz mit Renault an. Dies habe die japanische Nachrichtenagentur Kyodo aus nicht genannter Quelle erfahren. Die Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi verkaufte im vergangenen Jahr mehr Autos als jeder andere Konzern. Diese Verbindung sei „nicht ebenbürtig“, soll Saikawa nach Spiegel-Informationen bei einem Treffen mit Beschäftigten gesagt haben.

Den Bericht von Kyodo dementiert ein Sprecher nun. Die Kapitalstruktur der Allianz aus Nissan, Renault und Mitsubishi sei niemals ein Thema gewesen, hieß es. Renault ist zu 43,4 Prozent an Nissan und zu 34 Prozent an Mitsubishi beteiligt. Nissan wiederum hält einen Anteil von 15 Prozent an dem französischen Autokonzern, verfügt dabei aber über keine Stimmrechte.

Führung soll „gesünder und nachhaltiger“ werden

Vielmehr sollen nun Veränderungen der Führungsstrukturen innerhalb der Dreier-Allianz vorgenommen werden. Das strebt zumindest Nissan an. Es habe eine zu große „Konzentration an Macht“ in der Person Ghosn gegeben, sagte Nissan-Vorstandschef Hiroto Saikawa vor Beschäftigten, wie ein Sprecher am Montag auf Anfrage erklärte. Es bedürfe einer „gesünderen und nachhaltigeren“ Führung, die Macht dürfe nicht mehr wie bisher so stark auf eine einzelne Person konzentriert sein, so Nissan-Chef Saikawa. Renault wollte das auf Nachfrage nicht kommentieren.

Renault prüft mögliche Unterschlagung von Gesellschaftsvermögen

Auch Renault leitete inzwischen eine interne Untersuchung ein. Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire sagte am Sonntag im Nachrichtensender BFMTV, bei der internen Rechnungsprüfung drehe es sich um Fragen der Bezahlung oder einer möglichen Unterschlagung von Gesellschaftsvermögen. Er äußerte in diesem Zusammenhang aber keine Verdachtsmomente. Es lägen auch immer noch keine Informationen über die Vorwürfe aus Japan gegen Ghosn vor.

Ghosn soll auch bei Renault nicht mehr haltbar sein

Nach japanischem Strafrecht kann der Automanager bis zu drei Wochen lang ohne einen Prozess in der Haftanstalt in Tokio festgehalten werden. Renault hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe eine kommissarische Führung eingesetzt, Ghosn aber auf dem Chefposten belassen. Dem Vernehmen nach soll Ghosn jedoch auch bei Renault auf Dauer nicht mehr haltbar sein, falls sich die Vorwürfe bewahrheiten sollten.

Von RND/dpa

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