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Weltweit Tanken ist so teuer wie seit Jahren nicht
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Tanken ist so teuer wie seit Jahren nicht
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00:19 05.11.2018
In Stuttgart zahlen Autofahrer über 1,60 Euro für einen Liter Benzin, deutlich mehr als zum Beispiel in Hannover. Quelle: dpa
Hannover

Teure Zeiten für Autofahrer in Deutschland: Die Preise für Benzin und Diesel haben in den vergangenen Wochen stark angezogen – obwohl Rohöl gleichzeitig günstiger wurde. Ein Liter Super (E10) kostete Berechnungen des Automobilclubs ADAC zufolge am 31.  Oktober im Schnitt 1,55 Euro, so viel wie seit Mitte 2014 nicht mehr. Diesel war sogar so teuer wie seit 2013 nicht mehr, wie der ADAC am Freitag mitteilte.

Die Mineralölindustrie begründet die Entwicklung mit Nachschubproblemen: Weil die Pegel der Flüsse durch die anhaltende Trockenheit stark gesunken sind, können die Schiffe nicht mehr so viel Benzin, Diesel und Heizöl transportieren, die Unternehmen müssen auch auf Lkw ausweichen. „Ursache der Preiserhöhungen sind die höheren Transportkosten“, erläutert ein Sprecher des Mineralölwirtschaftsverbandes, der unter anderem BP, Esso, Total und Shell vertritt.

Aus Sicht des ADAC erklären die „punktuellen Lieferschwierigkeiten“ die Entwicklung jedoch nur zum Teil. Der enorme Preissprung der vergangenen Wochen sei deutlich übertrieben. „Es ist Luft für Preissenkungen da“, sagt ein ADAC-Sprecher unter Verweis auf die gesunkenen Rohölpreise.

Preise in Hannover vergleichsweise entspannt

In Niedersachsen sind die Spritpreise ebenfalls gestiegen, allerdings nicht so stark wie in Süd- und Westdeutschland. An hannoverschen Tankstellen kostete ein Liter Diesel am Freitag im Schnitt rund 1,35 Euro, ein Liter Super (E10) rund 1,46 Euro. Hannover gehört damit aktuell zu den zehn günstigsten Städten in Deutschland.

Der Grund für die vergleichsweise entspannte Lage in Norddeutschland: Hier gibt es mehrere Raffinerien, unter anderem in Hamburg und in Lingen. Verbraucher können deshalb noch relativ kostengünstig beliefert werden. Tankstellen in West- und Süddeutschland sind hingegen stärker von der nun eingeschränkten Schifffahrt auf dem Rhein abhängig. Der Teilausfall einer Raffinerie in Bayern verschärfe die Lage zusätzlich, heißt es beim Mineralölwirtschaftsverband.

Am besten abends tanken

Auch die Heizölpreise sind deshalb deutlich geklettert. In Hannover zahlen Verbraucher aktuell rund 80 Euro für 100 Liter, in Stuttgart sind es fast 100 Euro. „Heizölhändler in Niedersachsen und Hamburg versorgen jetzt auch Süddeutschland mit, was sich normalerweise nicht lohnen würde“, sagt der Hamburger Energieexperte Steffen Bukold. Dadurch werde das Öl auch im Norden teurer.

Ein Ende der Transportprobleme auf den Flüssen ist zurzeit nicht absehbar. Die Niederschläge der vergangenen Tage reichten nicht, um „die Pegel nachhaltig zu erhöhen“, sagen Experten des Fachdienstes heizoel24.de. Sie raten den Besitzern von Ölheizungen, Bestellungen so zu bemessen, dass sie den Bedarf nur für die nächsten drei Monate abdecken. Der ADAC empfiehlt Autofahrern, zu bestimmten Tageszeiten zu tanken. Laut Auswertung des Clubs sind Super und Diesel zwischen 15 und 17 Uhr sowie 19 und 22 Uhr am günstigsten.

Von Christian Wölbert und Frank-Thomas Wenzel

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