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Weltweit Wie seriös sind Vergleichsportale im Internet?
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00:16 27.10.2017
Von Albrecht Scheuermann
Preisvergleich im Internet: Für die unterschiedlichsten Märkte gibt es Vergleichsportale.Foto: dpa Quelle: Jens Kalaene
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Hannover/Bonn

Das Bundeskartellamt will diesen Fragen jetzt nachgehen und nimmt deshalb den ganzen Sektor gründlich unter die Lupe. Ziel ist es, den Verbraucherschutz auf diesem Gebiet zu verbessern und mögliche Verstöße gegen Verbraucherrechte aufzudecken.

„Millionen von Verbrauchern informieren sich alltäglich mit Hilfe von Vergleichsportalen im Internet“, erklärte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. „Wir müssen sicherstellen, dass die Verbraucher sich dabei auf die Zuverlässigkeit, die Objektivität und die Transparenz der Portale verlassen können.“ Es ist das erste Mal, dass die Bonner Behörde von einem neuen Gesetz Gebrauch macht. Es gibt ihr das Recht, Wirtschaftssektoren im Hinblick auf den Verbraucherschutz zu untersuchen.

Derzeit ist die Behörde dabei, eine Liste der Vergleichsportale aufzustellen. Diese sollen dann bis Ende des Jahres einen Fragebogen zugeschickt bekommen, den sie innerhalb einer Frist vollständig beantworten müssen. Anderenfalls kann die Behörde ein Bußgeld verhängen.

„Hinweise von Verbands- und Verbraucherseite legen nahe, dass wir uns nun grundlegend mit dem Thema befassen“, erklärte Kartellamtspräsident Mundt. Manche Portale konzentrieren sich auf einen bestimmten Markt wie zum Beispiel Versicherungen, andere haben ein breiteres Spektrum. So bietet der Marktführer Check24 Preis- und Konditionsvergleiche für Bankkonten, Kredite, Versicherungen, Strom, Mietwagen und weitere Dienstleistungen. Weitere bekannte Namen sind zum Beispiel Verivox, Toptarif, Holidaycheck, Biallo, FinanceScout24.

Auch die Verbraucherschützer interessieren sich für diese noch relativ junge Branche. Eine Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbandes zu Vergleichsportalen in Sachen Finanzdienstleistungen hatte vor allem die Transparenz der Anbieter bemängelt. So werde oft nicht klar, nach welchen Kriterien das Ranking zustandekommt. Auch würden bestimmte Anbieter gar nicht auftauchen, wenn ein Vertragsabschluss über das Portal nicht möglich ist. Wenn dadurch gerade die besten Angebote wegfallen, „ist der Vergleich für den Verbraucher unbrauchbar“, heißt es in der Studie. Die Verfasser vermissen auch Angaben über das Geschäftsmodell - insbesondere darüber, ob und in welcher Höhe Provisionen von den einzelnen Produktanbietern bei einem Vertragsabschluss an das jeweilige Portal fließen.

Check24 gab sich am Dienstag gelassen. Eine ähnliche Untersuchung in Großbritannien habe gezeigt, dass Vergleichsportale den Wettbewerb intensivieren und dem Kunden Ersparnisse bringen. „Wir freuen uns auf die Untersuchung und sehen dem Ergebnis positiv entgegen.“

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