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Weltweit Staatschef Xi verspricht mehr Importe
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Staatschef Xi verspricht mehr Importe
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16:32 05.11.2018
Das National Exhibition and Convention Center in Shanghai ist der Standort für die erste internationalen Import-Messe Chinas. Quelle: dpa
Shanghai

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat eine weitere Öffnung des chinesischen Marktes versprochen. Vor dem Hintergrund des Handelskrieges mit den USA wandte sich Xi am Montag in einer Rede zur Eröffnung der ersten internationalen Importmesse (CIIE) in Shanghai gegen Protektionismus und setzte sich für ein freies weltweites Handelssystem ein: „Wirtschaftliche Globalisierung ist ein unumkehrbarer Trend der Geschichte.“

China wolle seine Einfuhren erhöhen, den heimischen Konsum steigern, Importhürden verringern sowie den Marktzugang und den Schutz der Urheberrechte verbessern, sagte Xi. „Wir meinen es ernst mit der Öffnung des chinesischen Marktes.“ US-Präsident Donald Trump hat rund die Hälfte der US-Importe aus China mit Sonderzöllen belegt. Da die Volksrepublik weit weniger aus den Vereinigten Staten importiert als umgekehrt, beklagt Trump unfaire Handelspraktiken.

Die chinesische Führung hat die Messe in Shanghai als großes Propaganda-Ereignis inszeniert, um zu demonstrieren, dass ihr Markt offen sei und sie große Anstrengungen unternehme, die Einfuhren weiter zu steigern. Rund 3600 Unternehmen aus rund 130 Ländern stellen auf der Messe in Shanghai bis Sonnabend aus. Wegen der Messe haben die Behörden der 24 Millionen Einwohner zählenden Stadt am Montag und Dienstag zwei freie Tage ausgerufen.

Deutsche Messe stellt auf Messe aus

Auf der ersten Importmesse Chinas ist auch die Deutsche Messe AG als Aussteller vertreten. Die Hannoveraner sind aus zwei Gründen dabei: Zum einen ist die Volksrepublik für sie der wichtigste Auslandsmarkt, zum anderen steht der Veranstaltungsort – das „National Exhibition and Convention Center (NECC)“ – in direkter Konkurrenz zum eigenen Gelände des „Shanghai New International Expo Centre (SNIEC)“, das man zusammen mit den Messegesellschaften München und Düsseldorf unterhält. „Als Wettbewerber sehen wir die Importmesse nicht, da unsere Messen dort andere Zielgruppen ansprechen als die aktuelle Veranstaltung“, sagte ein Messe-Sprecher.

„Ziel muss es sein, dass ausländische Unternehmen in China ähnlich gute Bedingungen vorfinden wie chinesische Unternehmen es schon heute in Deutschland und der EU tun“, sagte Christian Hirte, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, der Deutschland auf der Messe seines wichtigsten Handelspartners vertritt. Viel zu lange beklagten deutsche und andere ausländische Unternehmen Marktbarrieren, langwierige Lizenzverfahren, Diskriminierung gegenüber chinesischen Firmen, Behördenwillkür, Benachteiligung bei öffentlichen Ausschreibungen oder dreisten Technologieklau.

Die Europäer sind sich in ihren Klagen mit den Amerikanern einig. Die einseitigen Strafzölle von US-Präsident Trump halten sie aber nicht für das geeignete Mittel, sondern würden lieber gemeinsam im Rahmen der Welthandelsorganisation gegen China vorgehen.

Von Andreas Landwehr

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