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Weltweit Mittelstand nutzt Potenzial digitaler Daten nicht
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Mittelstand nutzt Potenzial digitaler Daten nicht
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15:46 02.08.2018
„Es braucht einen Weckruf“: Stefan Wissuwa von der Commerzbank Quelle: Pfeiffer
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Hannover

Die meisten mittelständischen Unternehmen nutzen Daten noch nicht gewinnbringend und laufen deshalb Gefahr, vom digitalen Wandel überholt zu werden. So lautet das Ergebnis einer Umfrage der Commerzbank. „Es braucht einen Weckruf, wenn der deutsche Mittelstand im internationalen Vergleich nicht ins Hintertreffen geraten will“, sagte Stefan Wissuwa, bei der Commerzbank verantwortlich für Firmenkunden in der Region Hannover, am Donnerstag bei der Vorstellung der Studie.

Nur jeder dritte will sich neu erfinden

In der Umfrage erklärte jeder dritte der befragten niedersächsische Mittelständler, dass er an neuen, digitalen Geschäftsmodellen arbeite. Ebenfalls rund jeder Dritte sieht Daten-Konzerne wie Google, Amazon und Facebook als „Denkanstöße für eigene Prozesse“. Aus Sicht von Wissuwa sind diese Werte besorgniserregend niedrig: Die Firmen sollten sich stärker inspirieren lassen und parallel zum Kerngeschäft zusätzliche Modelle aufbauen, sagte er. Insgesamt hat die Commerzbank 2000 Mittelständler befragt, rund 180 davon aus Niedersachsen.

Auf der Pressekonferenz der Commerzbank bekräftigten zwei Vertreter niedersächsischer Unternehmen die Einschätzung Wissuwas: Es reiche nicht, alte Geschäftsmodelle weiterzutreiben, betonte Niels Hencke, Geschäftsführer der Hencke Systemberatung aus Laatzen. Stefan Schnieder, Geschäftsführer der Schlüterschen Verlagsgesellschaft aus Hannover, warnte, dass Plattformbetreiber wie Amazon anderen Unternehmen die Kundenschnittstelle wegnehmen.

Cewe und Otto als Vorbilder

Eine wichtige Ursache für die digitale Zurückhaltung des Mittelstands ist aus Sicht der Commerzbank der Mangel an Experten. Nur 37 Prozent der niedersächsischen Firmen beschäftigen laut der Umfrage Spezialisten, die Daten abteilungsübergreifend analysieren. Solche Fachkräfte seien auf dem Arbeitsmarkt kaum zu finden, sagte Wissuwa.

Es gebe aber auch viele Mittelständler, die erfolgreich neue, digitale Geschäftsmodelle aufgebaut hätten, sagte Digital-Experte Hencke. Der Fotodienstleister Cewe aus Oldenburg ist aus seiner Sicht ein gutes Beispiel. Verlagschef Schnieder nannte den Hamburger Otto-Konzern als Vorbild, der auf dem Weg vom Katalog-Versandhändler zum Plattformbetreiber im Internet „alles richtig gemacht“ habe.

Von Christian Wölbert

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