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Weltweit Concordia zieht sich aus Polen zurück
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Concordia zieht sich aus Polen zurück
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00:26 28.05.2018
Die Concordia Versicherungsgruppe beschränkt sich künftig auf Deutschland Quelle: Concordia
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Hannover

Die Concordia-Versicherungsgruppe in Hannover zieht sich aus Polen zurück. Der italienische Versicherungskonzern Generali übernimmt die beiden Concordia-Töchter, die nach schwierigen Zeiten der hannoverschen Mutter zuletzt wieder viel Freude machten. Damit endet ein fast 20-jähriges Engagement in dem Nachbarland.

Die seit Ende 2017 mit Generali geführten Verhandlungen seien jetzt zu einem Abschluss gekommen, berichtete die Concordia am Freitag. Der vorläufige Kaufvertrag müsse aber noch von den Aufsichtsbehörden gebilligt werden. Die Concordia wolle sich nun auf das deutsche Geschäft konzentrieren, während Generali ihre Präsenz in Polen ausbauen wolle, hieß es. „Wir sind überzeugt, dass sich die positive Entwicklung unter der neuen Führung fortsetzen wird“, erklärte Vorstandsmitglied Henning Mettler.

Die Concordia kam 2017 in Polen auf Beitragseinnahmen von umgerechnet rund 108 Millionen Euro. Den Großteil davon steuert der Sachversicherer Concordia Polska bei, der vergangenes Jahr glänzende Zahlen ablieferte. So fiel sein Gewinn mit umgerechnet 8,2 Millionen Euro mehr als sechsmal so groß aus wie im Vorjahr, die Beitragseinnahmen gingen um über 10 Prozent hoch.

Concordia-Chef Heiner Feldhaus hatte bereits vor zwei Jahren angedeutet, dass das hannoversche Unternehmen nicht unbedingt in Polen bleiben will. Die dortigen Aktivitäten waren zeitweise kein Gewinnbringer. Am schlimmsten kam es im Jahr 2012. Der schneefreie Eiswinter führte zu großen Einbußen in der dortigen Landwirtschaft – und traf damit Concordia Polska hart, weil sie in dem betroffenen Gebiet als Ernteversicherer eine wichtige Rolle spielte. Den dadurch verbuchten Riesenverlust von 25 Millionen Euro konnte sie nur durch einen Zuschuss aus Hannover überleben, aber auch die Mutter schrieb deshalb rote Zahlen.

Im vergangenen Jahr hat sich die Concordia-Gruppe positiv entwickelt. Die gesamten Beitragseinnahmen kletterten um 4,5 Prozent auf 885 Millionen Euro, der Gewinn stieg um fast 8 Prozent auf knapp 40 Millionen Euro. Auch für das laufende Jahr gibt sich der Vorstand zuversichtlich. Im ersten Quartal seien die Prämien weiter gewachsen. Allerdings werde das Sturmtief „Friederike“, das im Januar große Schäden angerichtet hatte, das Jahresergebnis belasten. Die Gruppe hat in Deutschland etwa 1150 Beschäftigte Sie erhalten „aufgrund des hervorragenden Ergebnisses“ des vergangenen Jahres eine zusätzliche Gratifikation von 0,3 Monatsgehältern.

Von Albrecht Scheuermann

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