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Weltweit Gewinn bricht im dritten Quartal ein
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Gewinn bricht im dritten Quartal ein
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15:00 08.11.2018
Blick auf einen Stator in der Produktion von 48-Volt-Elektromotoren bei Continental. Quelle: dpa
Hannover

Wegen der schwächelnden Autoproduktion stellt sich Continental auf schwierigere Zeiten ein. Sollte sich der Abwärtstrend bis zum Jahresende verstärken, wachse das Risiko, den für 2018 angepeilten Umsatz von rund 44,5 Milliarden nicht zu erreichen, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart am Donnerstag. An der anvisierten Umsatzrendite von rund 9 Prozent halte man jedoch fest. Der getrübte Ausblick der Konzernführung komme einer „dritten Gewinnwarnung light“ gleich, sagte Nord/LB-Analyst Frank Schwope – Conti hatte seine Erwartungen in punkto Ertrag im April und August nach unten korrigiert.

Der Konzern leidet darunter, dass die Autohersteller in Europa und China ihre Produktion zuletzt deutlich heruntergefahren haben. Beide Märkte stünden inzwischen für mehr als die Hälfte der weltweiten Auslieferungen, hieß es. In der Volksrepublik werden auch wegen des Handelsstreits mit den USA und bröckelnder Börsenkurse weniger Autos verkauft, in Europa hemmen die neuen WLTP-Abgasnormen den Absatz.

Vor diesem Hintergrund sei es ein gutes Zeichen, dass Conti im dritten Quartal seinen Umsatz noch leicht auf 10,8 Milliarden Euro habe steigern können, sagte Degenhart. Das bereinigte operative Ergebnis fiel hingegen um 30 Prozent auf 771,8 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 626 Millionen Euro übrig – ein Minus von 14 Prozent. Das schleppende Geschäft im Sommer wirkt sich entsprechend auf die Bilanz nach neun Monaten aus: Bei einem Umsatz von 33 Milliarden Euro schrumpfte die Umsatzrendite von rund 10 auf 9 Prozent.

Der Einbruch am Automarkt kommt für Continental zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Konzern ist dabei, sich neu zu sortieren: Unter dem Dach einer Holding sollen die beiden Bereiche Automotive und Rubber künftig getrennt geführt werden – für die Antriebssparte Powertrain ist nach ihrer Ausgründung der Gang an die Börse geplant. Als Option gilt, später auch Anteile am Reifengeschäft und der Kunststoffsparte Contitech zu verkaufen.

Powertrain dürfte auf Investoren derzeit eher wenig attraktiv wirken: In den ersten neun Monaten hat sich der bereinigte operative Gewinn mit rund 154 Millionen Euro mehr als halbiert, im dritten Quartal fiel sogar ein Verlust von 68 Millionen Euro an nach einem Gewinn von 91 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dem Vernehmen nach schwächeln drei der insgesamt fünf Geschäftsbereiche – hier hat der Vorstand inzwischen externe Berater engagiert, um deren Sanierung voranzutreiben.

Dennoch halte Conti am für Mitte nächsten Jahres geplanten Börsengang fest, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer: „Wir werden dann so weit sein.“ Nord/LB-Analyst Schwope sieht den Zeitplan skeptisch: „Man sollte zuerst die Aufräumarbeiten bei Powertrain erledigen und dann zu besseren Preisen an die Börse gehen.“ Ob das bis 2019 zu schaffen sei, erscheine zweifelhaft. Der Konzern wolle Powertrain nicht um jeden Preis an die Börse bringen, sagte Schäfer. „Die Entscheidung hängt von der Entwicklung am Kapitalmarkt ab“.

Auch 2019 werde für die Branche ein „herausforderndes Jahr“, hieß es bei Conti. Auch wegen des Dauerstreits mit den USA sei die Entwicklung der Konjunktur in China schwer zu prognostizieren. Derzeit wird darüber spekuliert, ob die Regierung in Peking die Nachfrage mit Steuererleichterungen für Autokäufe anzukurbeln versucht. Continental rechne für das nächste Jahr mit Wachstum, sagte Schäfer. Möglicherweise werde das jedoch erst im Sommer einsetzen.

Von Jens Heitmann

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