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Weltweit Continental will das Fahren sicherer machen
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Continental will das Fahren sicherer machen
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00:56 27.04.2018
Conti-Vorstand Hans-Jürgen Duensing führt neue Sicherheitstechnik am Beispiel eines Gabelstaplers vor. Quelle: Rainer-Droese
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Hannover

Der Name ist Programm: Das „Projekt Safe“ soll das Fahren sicherer machen. Mithilfe von Kamera-, Radar- und Lidarsensoren greift das von Continental und der Technischen Hochschule Ingolstadt entwickelte System ein, sobald sich ein Hindernis in den Weg stellt. „Unser Anspruch ist es, Unfälle zu vermeiden und Unfallfolgen zu vermindern“, sagt Conti-Vorstand Hans-Jürgen Duensing. „Mobilität darf keine Menschenleben kosten.“

Nach vorn ausgerichtete Video-und Radarsysteme können Fußgänger, die sich seitlich von Fahrzeugen bewegen, nicht erkennen – bei „Safe“ überwachen weitere Sensoren diesen Nahbereich. Eine Kontrolleinheit steuert die Entscheidung, wie sich eine Kollision vermeiden lässt. Der Trend zu autonomen Systemen auf Basis künstlicher Intelligenz und smarter Sensorik sei der „Treiber der zweiten Welle der Digitalisierung“, hieß es in der Nominierung für den Hermes-Award der Hannover Messe.

 

Auch wenn es hier für den ersten Platz nicht gereicht hat, sieht man bei Conti für „Safe“ einen großen Markt. Am Stand in Halle 5 führt das Unternehmen das System mit einem Gabelstapler vor – die Bedeutung reiche jedoch weit über den Bereich der Lagerlogistik hinaus, sagt Duensing. Auch Lastkraftwagen, Busse und Straßenbahnen ließen sich mit solchen Systemen ausrüsten: „Die Hardware ist schon da – wir müssten sie nur auf die spezifischen Herausforderungen ausrichten.“

Die Unfall-Statistik macht den Bedarf deutlich: In Hannover gab es im vergangenen Jahr 111 Unfälle mit Stadtbahnen, in Braunschweig waren es 52 und in Bremen 194. Insgesamt wurden dabei 74 Menschen verletzt, 17 davon schwer, vier Menschen kamen ums Leben. Nach Angaben der Polizei waren die tödlichen Unfälle vor allem der Unachtsamkeit der Fußgänger geschuldet: Zwei der Verunglückten gerieten an Haltestellen ins Stolpern und prallten gegen fahrenden Bahnen. In den anderen beiden Fällen übersahen Fußgänger einfahrende Bahnen, wurden erfasst und getötet.

Um schnell die Verkehrssicherheit zu erhöhen, sind nach Einschätzung von Continental  strenge Vorgaben des Gesetzgebers nötig. „Die Politik muss Speditionen und Verkehrsbetrieben mit Vorschriften Nachhilfe geben“, sagt Duensing. Wenn man darauf warte, dass die Sicherheitssysteme auf freiwilliger Basis installiert würden, dauere der Prozess der Umstellung zu lange. „Deshalb benötigen wir einen Schulterschluss auf nationaler Ebene“, sagt der Conti-Manager. „Besser noch auf EU-Ebene.“

Ein gesetzlicher Rahmen ist nach Ansicht des Unternehmens auch nötig, um den Herstellern der Sensor-Systeme finanzielle Sicherheit zu geben. Conti sei bereit, bei der Forschung und Entwicklung in Vorleistung zu gehen, um das „Projekt Safe“ für die Anwendung im Öffentlichen Nahverkehr zu spezifizieren, sagt Duensing. Das setze jedoch voraus, dass später auch entsprechende Aufträge hereinkämen. 

 

Von Jens Heitmann

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