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Weltweit Das ist der neue starke Mann bei VW
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21:59 12.04.2018
Herbert Diess Quelle: dpa
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Wolfsburg/München

Es ist ein markiger Satz: „Unsere Diesel sind die besten der Welt.“ Sollte man sich als Top-Manager von Volkswagen nach all den Abgas-Querelen trauen, so etwas in einer Talkshow vor Millionen Zuschauern vom Stapel zu lassen?

Herbert Diess jedenfalls nehmen viele eine solche Aussage durchaus ab - als ehrlich gemeint und nicht allzu hochtrabend. Natürlich kochte die Wut etlicher Autofahrer und Umweltschützer hoch, als er im März bei „Anne Will“ das Festhalten an der Dieseltechnologie rechtfertigte. Aber Diess differenzierte dabei auch klar. Ein neuer Motor mit neuer Technik sei etwas ganz anderes als die alten Stickoxid-Schleudern.

Der Österreicher gilt als verbindlicher Typ

Der 59 Jahre alte neue Volkswagen-Chef ist für eine deutliche Sprache bekannt, gilt jedoch zugleich als diplomatischer und verbindlicher als der bisherige Konzernlenker Matthias Müller. Dass Diess sich auch harscher Kritik aussetzt und dann stets beherrscht zu kontern versucht, könnte selbst nach der schlimmsten Phase von „Dieselgate“ ein entscheidendes Kriterium für die Aufseher gewesen sein, ihn an die Spitze des Autobauers zu holen.

 Er habe verstanden, dass man sich ab und zu auch öffentlich zeigen und aktiv erklären müsse, ist hinter den Kulissen zu hören.

In der Führungsetage des Markenhochhauses auf dem Wolfsburger Werksgelände kam der Österreicher im Sommer 2015 an. Das war noch unter dem langjährigen Konzernchef Martin Winterkorn, den nur wenige Wochen später das Bekanntwerden millionenfacher Manipulationen bei Abgastests von Dieselautos aus dem Amt fegte.

Ein Vorteil für Diess dürfte nun gewesen sein, dass er während der Verfehlungen der Jahre davor noch nicht im VW-Imperium tätig war. Dennoch wird auch gegen ihn wegen des Vorwurfs einer verspäteten Information der Finanzmärkte ermittelt.

Diess kann hohe Ansprüche stellen

Diess war schon früh als Kronprinz im Gespräch. Während der bisherige Konzernlenker Müller aber gern auch mal gegen die Medien polterte oder in Gehalts- und Regulierungsfragen mit DDR-Vergleichen für Unmut sorgte, pflegt der promovierte Maschinenbau-Ingenieur und Vater dreier Kinder zumindest nach außen hin den freundlich-leisen Auftritt.

Diess lässt sich im Rampenlicht nicht aus der Ruhe bringen. Intern kann das im Ringen um Sachfragen bisweilen anders aussehen. So geriet er bei der Planung und Umsetzung des Sparprogramms „Zukunftspakt“ zunächst heftig mit Betriebsratschef Bernd Osterloh aneinander.

Klar ist: Der Manager polarisiert. Die einen beschreiben ihn als „sehr charmant“ und angenehm im Umgang, die anderen als „harten Knochen“. Er setze Mitarbeitern ehrgeizige Ziele, verlange viel und könne ungemütlich werden, wenn einer nicht liefert. Hervorgehoben wird aber auch seine Bodenhaftung. Er sei kein eitler Typ, eher bodenständig. „Das ist bei ihm keine Masche“, sagt einer, der mit ihm zu tun hat.

dpa/RND

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