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Weltweit Cebit-Aus lässt Gewinne schrumpfen
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Cebit-Aus lässt Gewinne schrumpfen
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16:46 03.12.2018
ARCHIV - 28.08.2017, Niedersachsen, Hannover: Die Luftaufnahme zeigt das Convention Center auf dem Messegelände (Luftaufnahme mit Drohne). (zu dpa "Deutsche Messe AG verbucht Rekordumsatz und erwartet «schwarze Null»" vom 27.06.2018) Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: dpa
Hannover

 Das Aus für die Cebit belastet die Bilanz der Deutschen Messe AG. Nach HAZ-Informationen wird das Unternehmen in den nächsten Jahren seine Wachstumsziele verfehlen und deutlich weniger verdienen. Ursprünglich wollte die Messe im nächsten Jahr einen Gewinn von rund 17 Millionen und 2020 einen Ertrag von knapp 7 Millionen Euro erzielen. Jetzt rechne der Vorstand für 2019 mit einer Halbierung des Ergebnisses –für 2020 hoffe man noch auf eine „schwarze Null“, hieß es nach einer Sitzung des Aufsichtsrates am Montag.

Im Zuge ihres Niedergangs hatte die Cebit für die Messe AG in den vergangenen Jahren bereits an Bedeutung verloren: Wegen des kontinuierlichen Rückgangs der Aussteller- und Besucherzahlen waren die Erwartungen an Umsatz und Ergebnis stetig nach unten korrigiert worden. Dennoch hatte das Unternehmen in der bisherigen Planung auch für 2019 und 2020 noch Erträge in Millionenhöhe einkalkuliert. Im November wurde jedoch erkennbar, dass für die im Juni nächsten Jahres angesetzte IT-Messe ein Minus von 5 Millionen Euro drohte. Daraufhin zog der Vorstand die Reißleine und sagte die Cebit ab.

Ursprünglich hatte die Messe das Ziel, von 2017 an einen Umsatz von 400 Millionen Euro und eine durchschnittlichen Rendite von 3,5 Prozent zu erzielen. Diese Hoffnungen musste das Unternehmen – auch wegen der Cebit-Schwäche – vorzeitig revidieren. Für die Jahre 2018 bis 2021 sollten die Erlöse zunächst um 5 Prozent per anno zulegen, später war noch von einem Plus von 3 Prozent im Jahr die Rede. Auch dieses Wachstumsziel werde man voraussichtlich verfehlen, verlautete jetzt aus Unternehmenskreisen.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Messe dem Vernehmen nach mit einem Umsatz von 310 Millionen Euro und einem ausgeglichenen Ergebnis. Für 2019 standen bisher Erlöse von 364 Millionen Euro im Plan und für das Jahr darauf von 359 Millionen Euro – durch das Aus für die Cebit verringerten sich diese Ansätze um rund 10 beziehungsweise 30 Millionen Euro, hieß es gestern.

Beim Blick nach vorn sehen Management und Aufsichtsrat gleichwohl mehr Chancen als Risiken. „Wir haben durch viele andere starke Veranstaltungen und das stringente Wachstum im Auslandsgeschäft die Deutsche Messe als Unternehmen sicher und solide aufgestellt“, sagte Vorstandschef Jochen Köckler.

Im laufen Jahr rechnet das Unternehmen außerhalb von Hannover mit Erlösen von mindestens 68 Millionen Euro und einem Gewinn von mehr als 4 Millionen Euro. In drei Jahren soll der Umsatz im Ausland um ein Drittel steigen. Insbesondere China gilt als Wachstumstreiber: Das gemeinsam mit zwei anderen Partnern betriebene Gelände in Schanghai soll in diesem Jahr für die Messe AG eine Dividende von 6 Millionen Euro abwerfen.

Von Jens Heitmann

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