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Weltweit Die Bürgerversicherung – so sind die Pläne zur neuen Krankenversicherung
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Die Bürgerversicherung – so sind die Pläne zur neuen Krankenversicherung
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14:46 29.09.2017
Quelle: @ sqback - depositphotos.com
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Im Vergleich zu vielen anderen Ländern sind die Menschen in Deutschland im Krankheitsfall sehr gut abgesichert. Die Krankenversicherung übernimmt die Kosten für die ärztliche Grundversorgung, aufwändige Operationen und viele langwierige Therapien. Die Kosten für eine Behandlung nach einem schweren Unfall oder eine schlimme Krankheit bringen uns daher in der Regel nicht an den finanziellen Ruin. Dabei haben wir die Wahl zwischen der gesetzlichen oder einer privaten Krankenversicherung. Viele Besserverdienende greifen auf die letztere Variante zurück und kommen so in den Genuss vieler Vorteile und Zusatzleistungen. Diese Sonderbehandlungen vom Privatpatienten in der Zwei-Klassen-Medizin ist vielen Menschen ein Dorn im Auge, daher wird der Ruf nach einer Bürgerversicherung immer lauter. Umfragen zufolge befürworten mehr als 60 Prozent der Bundesbürger dieses Versicherungskonzept.

Was ist eine Bürgerversicherung?

Gerechtigkeit und Solidarität sind die Grundpfeiler der Versicherung für alle Bürger. Das Konzept wurde bereits 2003 von der Rürup-Kommission und dem Wirtschaftsprofessor Karl Lauterbach (SPD) entwickelt. Dabei sollen alle Bundesbürger einkommensabhängige Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen. Im Gegenzug erhalten alle Bürger im Bedarfsfall die gleichen medizinischen Leistungen in der Grundversorgung. Die Qualität der medizinischen Versorgung ist somit unabhängig vom Einkommen. Doch nicht nur die soziale Gerechtigkeit gilt als Vorteil des Konzeptes. Auch die Krankenversicherungen profitieren nach Angaben der Befürworter von der Bürgerversicherung. Denn wenn auch die Besserverdienenden Ihre Beiträge in die gesetzlichen Krankenversicherungen einzahlen müssen, wird die Finanzierung auf eine bessere Grundlage gestellt.

Welche Konzepte gibt es?

Die Experten haben verschiedene Konzepte für eine Bürgerversicherung erarbeitet. In der Grundvariante zahlen alle Bürger einen festgelegten Prozentsatz aus allen Einkünften in die Bürgerversicherung ein. Diskutiert wird dabei, ob es noch eine Beitragsbemessungsgrenze, die die Versicherungssumme deckelt, für Besserverdienende geben soll. Ein weiterer Vorschlag ist die sogenannte Kopfpauschale bzw. Gesundheitsprämie. Dabei zahlt jeder Bürger den gleichen Beitrag in die Versicherung ein. Die Beiträge für Kinder werden dabei aus Steuermitteln finanziert, Geringverdiener werden unterstützt.

Was spricht gegen eine Bürgerversicherung?

Während die SPD, Bündnis90/Die Grünen, die Linkspartei und auch viele Arbeitnehmerverbände das Konzept der Bürgerversicherung unterstützen, stößt es bei CDU und FDP auf wenig Begeisterung. Neben dem Verlust zahlreicher Arbeitsplätze befürchtet man hier, dass die Bürgerversicherung die Zwei-Klassen-Medizin erst richtig fördert. Medizinische Zusatzleistungen könnten von Besserverdienenden privat hinzugekauft werden, für die Geringverdiener bliebe so die Grundversorgung, die möglicherweise auf einem schlechteren Niveau sei als es bei dem aktuellen Konzept der Fall ist. Krankenzusatzversicherungen könnten beispielsweise nach wie vor bei privaten Anbietern abgeschlossen werden. Die gewünschte Gleichheit wäre somit nicht mehr gegeben.

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