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Weltweit Ein-Euro-Jobs bringen Arbeitslosen nichts
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Ein-Euro-Jobs bringen Arbeitslosen nichts
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00:48 07.04.2018
Durch Ein-Euro-Jobs erhöhen sich nicht die Chancen auf dem regulären Arbeitsmarkt. Quelle: dpa
Hannover

Die Einführung der Ein-Euro-Jobs ist ohne positive Effekte für den Arbeitsmarkt geblieben. Die Fördermaßnahme für Langzeitarbeitslose habe keine „Verminderung der Hilfebedürftigkeit“ bewirkt, heißt es in einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Zwar erhöhe sich für einige Gruppen das Einkommen geringfügig, insgesamt sei jedoch keine Verringerung beim Bezug des Arbeitslosengeldes II  feststellbar.

Die rot-grüne Bundesregierung hatte die Ein-Euro-Jobs im Zuge der Hartz-Reformen im Jahr 2005 auf den Weg gebracht. Arbeitslosen mit schlechten Erwerbschancen sollte unter dem Motto „Fördern und Fordern“ für mehere Monate eine Tätigkeit zugewiesen werden, die im „öffentlichen Interesse“ lag – auch um diese Personengruppe wieder näher an den regulären Arbeitsmarkt heranzuführen.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit wurden seit 2006 insgesamt rund 5,7 Millionen Ein-Euro-Jobs gefördert, 450.000 davon in Niedersachsen. Zuletzt sind die Zahlen gesunken: 2017 gabe es noch 200.000 Ein-Euro-Jobs, knapp 12.000 davon in Niedersachsen.

Die Aufnahme einer solchen Tätigkeithat laut IAB zunächst fast immer negative Folgen, da den Arbeitlosen dadurch weniger Zeit für die Suche nach normalen Jobs zur Verfügung stehe. Insbesondere für Frauen aus Westdeutschland erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit auf eine Beschäftigung in der Folge jedoch – wenn auch auf bescheidenem Niveau: Das Jahreserwerbseinkommen liege sechs Jahre nach einem Ein-Euro-Job um 9,5 Prozent über dem Durchschnitt von 3325 Euro, den andere Langzeitarbeitslose ohne diese Fördermaßnahme erreichen. Frauen würden oft in in Bereichen wie Pflege und Jugendhilfe eingesetzt – dort gebe es eine hohe Nachfrage.

Für ostdeutsche Männer hingegen verschlechert ein Ein-Euro-Job sogar die Chancen auf steigende Einkommen. Laut Studie liegt ihr Erwerbseinkommen sechs Jahre nach der Fördermaßnahme um 4,4 Prozent unter dem Durchschnitt von rund 3600 Euro anderer Arbeitlosengeld-II-Bezieher. Im Osten habe es  die Jobs vor allem in der Landschaftspflege gegeben – Angebote im Bereich der „ungeförderten versicherungspflichtigen Beschäftigung“ gebe es dort kaum, heißt es.

Von Jens Heitmann

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