Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Weltweit Frankfurt verkauft Anteil an die Briten
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Frankfurt verkauft Anteil an die Briten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 09.08.2018
Der hannoversche Flughafen hat einen neuen Miteigentümer. Der Frankfurter Fraport-Konzern hat seine Beteiligung verkauft. Offenbar gab es viele Kaufinteressenten. Quelle: dpa
Hannover/Frankfurt

Die Verkaufsabsicht war schon länger bekannt, nun ist das Geschäft unter Dach und Fach: Die Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport veräußert ihren 30-Prozent an einen britischen Finanzinvestor. Der Verkaufsgewinn ist so groß, dass Fraport seine Jahresziele anhebt. Das Land Niedersachsen und die Stadt Hannover können das Geschäft aber noch vereiteln.

Die Fraport AG berichtete am Montag, dass sie sich mit der Icon Flughafen GmbH geeinigt hat: Die Tochter der Icon Infrastructure Gruppe erwirbt für 109,2 Millionen Euro die 30-prozentige Fraport-Beteiligung an der Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH. Damit endet ein 20 Jahre währendes Kapitel. Der Frankfurter Flughafen-Konzern war 1998 mit 20 Prozent in Hannover Airport eingestiegen und hatte den Anteil im Jahr 2003 auf 30 Prozent aufgestockt.

Jeweils 35 Prozent des Airports Hannover-Langenhagen gehören der Stadt Hannover sowie der Hannoverschen Beteiligungsgesellschaft, die dem Land Niedersachsen gehört. Beide Anteilseigner könnten das Geschäft noch torpedieren, indem sie von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen. Dies wird in Frankfurt offenbar nicht erwartet. „Die Fraport AG geht aktuell davon aus, dass die Transaktion im Laufe der nächsten zwei Monate abgeschlossen wird“, teilte das Unternehmen mit.

Das Land Niedersachsen hielt sich am Montag aber noch bedeckt. „Wir befassen uns derzeit mit der Prüfung der Frage, ob wir von dem Vorkaufsrecht als Mitgesellschafter der Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH Gebrauch machen werden“, teilte das dafür zuständige Landesfinanzministerium lediglich mit. Die Stadt Hannover teilte mit, dass sie erst die Details des Kaufvertrages unter die Lupe nehmen wolle. Dann werde man „gemeinsam mit den Fraktionen des Rates abschließend bewerten und zu einer Entscheidung kommen“. Allerdings deutete ein Sprecher an, dass die Stadt wohl keine Einwände gegen den Verkauf hat. Schließlich habe sich die bisherige Gesellschafterstruktur mit zwei öffentlichen und einem privaten Investor bewährt. Zudem sei der vereinbarte Kaufpreis sehr hoch und die Einflussmöglichkeiten für Stadt und Land blieben unangetastet.

Für den Fraport-Konzern, der weltweit an 30 Flughäfen beteiligt ist, hat sich die Beteiligung in Hannover ausgezahlt. Er rechnet aus dem Verkauf mit einem Bruttogewinn von 85 Millionen Euro, das Konzernergebnis dürfte dadurch um etwa 77 Millionen Euro höher ausfallen. Damit bekommen die Frankfurter mehr als das Vierfache ihres Investments wieder zurück. Laut Fraport-Chef Schulte gab es ein großes Interesse an dem Anteil. Der Airport Hannover-Langenhagen sei heute „ein solides Wirtschaftsunternehmen mit einer aussichtsreichen Zukunft“ und habe sich zu einem „wichtigen Luftverkehrsdrehkreuz im Norden Deutschlands sowohl im Passagierverkehr als auch im Frachtbereich entwickelt“. Schulte dankte auch den Mitgesellschaftern und der gesamten Region“ für die hervorragende Zusammenarbeit“.

Der hannoversche Flughafen hat 2017 die Zahl der Flugpassagiere um 8,5 Prozent auf 5,9 Millionen Fluggäste gesteigert und ist damit der neuntgrößte deutsche Verkehrsflughafen. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahrs gab es einen weiteren Zuwachs um 7,8 Prozent. Im Juni betrug das Plus sogar 10,2 Prozent.

Der Erwerber Icon Infrastructure bezeichnet sich als unabhängige Investmentgruppe. Spezialität sind Infrastruktur-Beteiligungen in Bereichen wie Energie, Wasserversorgung, Verkehr oder Telekommunikation. Das derzeitige Anlagevolumen wird auf rund 2,5 Milliarden Euro beziffert.

Von Albrecht Scheuermann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Kondomhersteller Durex muss Kondome zurückrufen. Das Verhütungsmittel kann reißen.

06.08.2018

Die Modekette aus Braunschweig kämpft gegen Händler, die über Amazon gefälschte Kleidung anbieten. Nun muss der Internetkonzern Informationen herausgeben.

06.08.2018

Volkswagen Nutzfahrzeuge hat in den Werksferien sein Stammwerk in Hannover-Stöcken modernisiert. Die Mitarbeiter sollen entlastet werden, dadurch soll auch die Produktivität steigen.

06.08.2018