Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Weltweit Fresenius sagt Milliardenübernahme von Arkon ab
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Fresenius sagt Milliardenübernahme von Arkon ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:17 23.04.2018
Aus der Arkon-Übernahme wird nichts: Der Medizinkonzern Fresenius hat den geplanten Milliardenkauf abgesagt. Quelle: dpa
Anzeige
Bad Homburg

Der Medizinkonzern Fresenius steht vor turbulenten Zeiten: Das Dax-Unternehmen hat die milliardenschwere Übernahme des US-Generikaherstellers Akorn am Wochenende abgesagt und muss nun mit juristischen Folgen rechnen. Denn die Amerikaner pochen auf Einhaltung des abgeschlossenen Kaufvertrags, das Bad Homburger Unternehmenhält an der Kündigung fest. „Wir haben Akorns Mitteilung zur Kenntnis genommen. Das ändert nichts an den Tatsachen, unsere Entscheidung ist richtig und begründet“, sagte ein Fresenius-Sprecher am Montag.

Die umstrittene, 4,4 Milliarden Euro schwere Übernahme von Akorn sei demnach fallen gelassen worden, weil der Hersteller von Nachahmermedikamenten mehrere Voraussetzungen für den Vollzug nicht erfüllt habe. Unter anderem habe es schwerwiegende Verstöße gegen Vorschriften der US-Gesundheitsbehörde FDA bezüglich der Datenintegrität bei Akorn gegeben. Das habe eine von Fresenius eingeleitete, unabhängige Untersuchung zu Tage gefördert, hieß es in einer Mitteilung. Akorn hingegen sieht sich zu Unrecht an den Pranger gestellt und pocht auf die Einhaltung der von Fresenius gemachten Zusagen.

Verstöße gegen US-Vorschriften verunsicherten Fresenius-Spitze

Fresenius-Chef Stephan Sturm hatte die zweitgrößte Übernahme der Firmengeschichte nach dem Zukauf der spanischen Krankenhauskette Quironsalud bereits im Februar in Frage gestellt. Damals hatte Fresenius nach anonymen Hinweisen von „angeblichen Verstößen“ Akorns gegen US-Vorschriften bei der Produktentwicklung gesprochen. Der hessische Konzern hatte daraufhin die Vorwürfe untersuchen lassen.

Auf welche konkreten Verstöße die Ermittler stießen, ließ Fresenius offen. Dies geschehe auf Wunsch von Akorn, da die Amerikaner auf Einhaltung der gemachten Vertraulichkeitszusagen bestünden, sagte ein Sprecher. Ohnehin scheinen die Fronten zwischen beiden Firmen verhärtet: Das Angebot, mehr Zeit zu bekommen, um selbst weiter zu prüfen und Fresenius zusätzliche Informationen zur Verfügung zu stellen, hätten die Amerikaner abgelehnt, teilte Fresenius mit.

Akorn will Rechte und Pflichten „mit aller Energie durchsetzen“

Die Geschäftsführung von Akorn teilte unterdessen mit, weiterhin auf dem abgeschlossenen Kaufvertrag beharren zu wollen – die laufenden Ermittlungen seien keine Behinderung für die Übernahme und hätten keinerlei Fakten zutage gefördert, die sich negativ auf Akorns Geschäft auswirkten, teilten die Amerikaner am späten Sonntagabend mit. Es fehle die Voraussetzung für einen Abbruch des Geschäfts. Akorn werde seine Rechte und Fresenius’ Pflichten, wie sie aus der bindenden Übernahmevereinbarung hervorgingen, mit aller Energie durchsetzen, hieß es weiter.

Mit der Akorn-Übernahme wollte Fresenius seine Flüssigmedizintochter Kabi in den USA stärken. Der Abschluss des Geschäfts war schon für Jahresbeginn geplant, doch die kartellrechtliche Prüfung zog sich hin. An der Börse war der Deal umstritten, da Akorn unter dem Preisdruck auf dem US-Markt für Nachahmermedikamente leidet. Daher wuchs die Sorge, Fresenius könne sich nach einigen gelungenen Übernahmen verhoben haben. Die Börse reagierte daher erleichtert auf die Absage an Akorn: Fresenius-Aktien stiegen am Montagvormittag.

Von dpa/RND/lf

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Expansion der Erneuerbaren Energien geht schnell voran – doch der Netzausbau hält damit nicht Schritt. Dadurch fließe weniger Ökostrom zu  den Verbrauchern als möglich, warnt der BDEW und stellt vier Forderungen an die Politik.

26.04.2018

Mit dem traditionellen Rundgang von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Montagvormittag die weltgrößte Industrieschau Hannover Messe für Besucher eröffnet worden.

23.04.2018

Die Hannover Messe 2018 beginnt: Wenn Angela Merkel am Montag ihren traditionellen Messerundgang macht, dann wird sie sicher staunen. Wir zeigen Ihnen schon heute die spektakulärsten Highlights der Messe - vom Krökel-Roboter bis zur rollenden Spinne.

22.04.2018
Anzeige