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Weltweit Gebraucht-Diesel werden zum Exportschlager
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Gebraucht-Diesel werden zum Exportschlager
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06:00 08.08.2018
Gebrauchte Diesel-Fahrzeuge sind in Deutschland als Folge des Diesel-Skandals wenig gefragt. Im Ausland lassen sie sich aber immer noch gut verkaufen. Quelle: dpa
Hannover

Während gebrauchte Diesel-Autos in Deutschland oft nur noch schwer an den Mann zu bringen sind, boomt offenbar das Geschäft damit im Ausland. Der Export deutscher Gebraucht-Diesel hat stark zugelegt, wie jetzt eine Untersuchung von Prof. Christian Kille von der Hochschule Würzburg-Schweinfurt ergab. Der Kfz-Handel sieht in den vermehrten Ausfuhren jedoch keine große Entlastung.

Dem Logistikexperten Kille zufolge, hat der Export der Diesel im vergangenen Jahr um gut 20 Prozent zugelegt. Demnach wurden 2017 knapp 240.000 gebrauchte Diesel-Fahrzeuge ins Ausland gebracht – etwa 40.000 mehr als im Jahr davor.

Als wichtige Zielländer nennt der Wissenschaftler neben den EU-Mitgliedern Kroatien, Slowenien, Bulgarien und Rumänien auch die Ukraine. Dass sich die Lieferungen in dieses Land 2017 sogar mehr als verdoppelten, dürfte mit den lockeren Einfuhrbestimmungen und dem niedrigen Zollsatz von nur 7,3 Prozent für gebrauchte Autos aus der EU zusammenhängen.

Während die Länder im Osten demnach vor allem ältere Diesel-Pkw aufnehmen, gehen neuere Modelle der Untersuchung zufolge eher „in die anspruchsvolleren Märkte“ in West-, Mittel- und Südeuropa. Die Lieferungen gebrauchter Diesel-Autos aus Deutschland nach Österreich kletterten um 41 Prozent, auch in Frankreich und Spanien lag das Plus über 30 Prozent.

Die Transportkosten sind für den grenzüberschreitenden Handel mit Gebrauchtwagen offenbar keine zu hohe Hürde. Nach Angaben von Kille belaufen sie sich je Fahrzeug meist auf einen dreistelligen Euro-Betrag – von etwa 400 Euro für einen Transport nach Österreich bis über 1000 Euro, wenn das Auto etwa nach Südspanien geht.

Die deutschen Autohändler spüren nach eigener Darstellung keine große Entlastung durch den Anstieg der Ausfuhren. Man müsse bei den Zahlen genauer betrachten, welche Diesel in den Export gehen, erläuterte Ulrich Köster vom Zentralverband des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK). „Unser Hautproblem sind die Euro-5-Diesel“ – also relativ neuwertige Autos der Schadstoffklasse 5, die wegen des Diesel-Skandals und der drohenden Fahrverbote schwer verkäuflich sind und bei vielen Händlern monatelang auf den Parkplätzen herumstehen.

Laut ZDK gibt es im Autohandel immer noch einen Bestand von mehr als 300.000 Euro 5-Diesel-Pkw im Wert von rund 4,5 Milliarden Euro, die zurzeit kaum oder nur mit hohen Abschlägen zu verkaufen sind. Die Händler leiden häufig darunter, dass ihnen fortlaufend weitere Diesel-Fahrzeuge aus ablaufenden Leasing-Verträgen auf den Hof gestellt werden. Ihr Weiterverkauf bringt jedoch deutlich weniger als ursprünglich kalkuliert. Deshalb fordert der Verband seit mehr als einem Jahr eine gesetzliche Verpflichtung der Autohersteller, die Euro-5-Diesel so nachzurüsten, dass die versprochenen Schadstoffwerte eingehalten werden.

Von Albrecht Scheuermann

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