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Weltweit IG BCE fordert 6 Prozent mehr Lohn
Nachrichten Wirtschaft Weltweit IG BCE fordert 6 Prozent mehr Lohn
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01:01 15.04.2018
Die IGBCE-Verhandlungsführer Ralf Sikorski fordert 6 Prozent mehr Lohn. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

 Die IG BCE will sich in der bevorstehenden Tarifrunde in der Chemieindustrie für die 580.000 Beschäftigten außer einer Lohnerhöhung von 6 Prozent  eine Verdopplung des Urlaubsgeldes durchsetzen. Angesichts der guten wirtschaftlichen Lage in der Branche sei die Forderung absolut angemessen, sagte Verhandlungsführer Ralf Sikorski am Donnerstag in Hannover: „Die Auslastung der Anlagen liegt auf Rekordniveau.“

Formal ist die Forderung der Gewerkschaft erst eine Empfehlung, weil in den kommenden Wochen die Vertrauensleute und Tarifkommissionen über die Inhalte im Detail beraten – es sei aber zu erwarten, dass sie Mitte Juni im Kern so beschlossen werde, hieß es. Kurz darauf starten die Verhandlungen mit den Arbeitgebern in den einzelnen Regionen.

Die IG BCE hatte bereits früher darauf hingewiesen, dass die Lohnerhöhungen in dieser Tarifrunde nicht nur den Produktivitätsfortschritt und die Preissteigerungen ausgleichen sollen. Bereits im vergangenen Jahr seien „Produktion, Umsatz und Profite“ deutlich gestiegen, hieß es. Für 2018 sei mit weiteren Zuwächsen zu rechnen. In einer Umfrage untern Betriebsräten hätten acht von zehn Befragten von einer guten bis sehr guten wirtschaftlichen Lage ihres Betriebs berichtet.

Mit der Forderung nach 6 Prozent mehr Lohn bewegt sich die IG BCE auf dem Niveau anderer Gewerkschaften –  beim Urlaubgeld sieht die Gewerkschaft hingegen besonderen Nachholbedarf. Die letzte nennenswerte Erhöhung habe es hier 1996 gegeben, hieß es. Aktuell bekommen  Beschäftigte in Vollzeit 20,45 Euro je Urlaubstag – künftig sollen es 40 Euro sein.  Für Auszubildendende fordert die Gewerkschaft eine Verdopplung des Urlaubsgeldes von knapp 450 auf 900 Euro jährlich.

Dabei gehe es der Gewerkschaft auch um einen sozialen Ausgleich, sagte Sikorski. Von der Steigerung würden Beschäftigte in unteren Entgeltgruppen und Auszubildende überdurchschnittlich profitieren. Das Urlaubsgeld wird in der chemischen Industrie zusätzlich zur Jahresleistung gezahlt, die 95 Prozent des monatlichen Tarifentgelts ausmacht.

Die Arbeitgeber reagierten zurückhaltend auf das Forderungspaket. „Bei allem begründeten Optimismus: Die Bäume wachsen, aber sie wachsen auch in der Chemie nicht in den Himmel“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes BAVC, Klaus-Peter Stiller. Die IG BCE müsse aufpassen, ihre Bodenhaftung nicht zu verlieren: „6 Prozent mehr Entgelt und 1 Prozent on top für mehr Urlaubsgeld – das ist mit uns nicht zu machen.“

Anstelle einer hohen prozentualen Anhebung der Tariflöhne plädieren die Arbeitgeber für Einmalzahlungen, die sich nicht in den Tariftabellen niederschlagen. Mit einmaligen Zuschlägen könne man die aktuelle Boom-Phase honorieren, ohne Fakten für die Zukunft zu schaffen. „Dann sind wir besser aufgestellt, sobald der Weg wieder steiniger wird“, sagte Stiller. Nachholbedarf in der Branche sieht der BAVC nicht: In der Chemie verdiene ein Tarifmitarbeiter in Vollzeit aktuell im Schnitt mehr als 59.000 Euro im Jahr.

Von Jens Heitmann

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