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Weltweit IT-Experten warnen vor Überwachung von Arbeitnehmern
Nachrichten Wirtschaft Weltweit IT-Experten warnen vor Überwachung von Arbeitnehmern
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12:37 06.04.2018
Die ersten Softwareprodukte, mit denen Arbeitgeber persönliche Stellungen und soziale Beziehungen ihrer Mitarbeiter analysieren könnten, kämen bereits auf den Markt, erklärten die Autoren der Studie. Quelle: dpa
Düsseldorf, Frankfurt a.M

Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung warnt vor einer Auswertung von elektronischer Kommunikation unter Kollegen durch Arbeitgeber. Für Firmen sei es rein technisch bereits möglich, aus E-Mails und Chatverläufen soziale Beziehungsgeflechte der Belegschaft zu konstruieren, heißt es in einer am Freitag in Düsseldorf veröffentlichten neuen Studie der gewerkschaftsnahen Stiftung.

Es sei denkbar, dass Arbeitgeber sich bei Entlassungen oder Beförderungen in Zukunft möglicherweise an Ergebnissen solcher Analysen orientieren, warnten die Studienautoren.

Die ersten Softwareprodukte, mit denen Arbeitgeber persönliche Stellungen und soziale Beziehungen ihrer Mitarbeiter analysieren könnten, kämen bereits auf den Markt, erklärten die Autoren, Informatikprofessor Heinz-Peter Höller von der Hochschule Schmalkalden und Juraprofessor Peter Wedde von der Frankfurt University of Applied Sciences. Dieses Potenzial hätten etwa „Workplace Analytics“ von Microsoft und „Organisational Analytics“ von IBM. Mit jeder E-Mail, jedem Chat, jedem Tweet und Like werde der soziale Graph um eine Beziehung erweitert.

Rechtlich seien derartigen Formen der Vorratsdatenspeicherung zwar relativ enge Grenzen gesteckt, hieß es weiter. Das geltende Recht müsse aber auch effektiv durchgesetzt werden. Die Böckler-Stiftung sieht Politik und Betriebsräte in der Pflicht, Arbeitgeber genau zu überwachen.

Auswertungen der Stiftung zeigten, dass Betriebsvereinbarungen zu Datennutzung und -schutz längst einen Schwerpunkt der Arbeit von Betriebsräten bildeten, erklärten die Studienautoren. Sie sprechen sich auch für ein neues Mitbestimmungsrecht zum Datenschutz aus. Vorhandene Mitbestimmungsrechte beinhalten ihren Angaben zufolge dieses Thema bisher nicht direkt.

Von epd/RND

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