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Weltweit Experten erwarten Ende des Immobilienbooms
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Experten erwarten Ende des Immobilienbooms
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20:17 23.02.2018
Experten erwarten ein Ende des Immobilienbooms. Quelle: Sven Hoppe
Hannover

Auf dem deutschen Immobilienmarkt zeichnet sich nach Expertenansicht eine Beruhigung ab. Die Nachfrage nach Wohnungen ist inzwischen etwas geringer, zudem gibt es viele Neubauten – das dürfte einem gestern vorgelegten Gutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) zufolge den Anstieg der Miet- und Kaufpreise dämpfen. Teilweise könnten Immobilien sogar günstiger werden.

„Der nunmehr seit acht Jahren andauernde Kauf- und Mietpreisanstieg dürfte bald zu Ende sein“, sagte  Harald Simons, Vorstand der Empirica AG, der für das ZIA-Gutachten den deutschen Wohnungsmarkt analysiert hat. Im vergangenen Jahr stiegen die Preise allerdings noch erheblich an.

Als einen Grund für die Beruhigung nennt das Gutachten die deutlich geringere Zuwanderung. Zugleich würden mehr Wohnungen gebaut. „Die Zeiten der stürmischen Entwicklung der Wohnungsnachfrage sind in München, Berlin und Stuttgart zu Ende gegangen“, so Simons. „In Hamburg, Frankfurt, Köln und Düsseldorf ist dies bislang nicht der Fall, aber eine Abschwächung ist auch hier gut möglich.“ Widerspruch kommt vom Mieterbund: „Die Mietpreisspirale dreht sich weiter und immer schneller“, sagte Bundesdirektor Lukas Siebenkotten. Er sieht keine Anzeichen für eine Beruhigung der Lage. 

Bislang ist von einem Ende des Booms in der Breite tatsächlich wenig zu spüren. Dem Gutachten zufolge kletterten die Wohnungsmieten in Deutschland vergangenes Jahr im Schnitt um 4,3 Prozent und damit stärker als im Jahr zuvor (3,1 Prozent). Deutschlandweit liegt die Durchschnittsmiete demnach bei 7,46 Euro pro Quadratmeter. 

Noch deutlich kräftiger nahmen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen zu – sie kletterten um 7,9 Prozent auf durchschnittlich 2120 Euro pro Quadratmeter. 2016 war hier allerdings das Plus mit 8,8 Prozent noch größer gewesen.

Nach Ansicht der Experten sind die Immobilienpreise mittlerweile deutlich überbewertet – demnach sind die Mieten im Schnitt 21 Prozent zu hoch. In den großen Ballungsräumen seien es sogar 30 Prozent. Erst am Tag zuvor hatte die Bundesbank sich ähnlich geäußert. Die Preisübertreibungen reichen demnach bis zu 35 Prozent in den Großstädten. Die Preise lägen „deutlich über dem Niveau, das durch die längerfristigen wirtschaftlichen und demografischen Einflussfaktoren gerechtfertigt erscheint“. Auch die Bundesbank sieht aber Anzeichen für eine Beruhigung.

Kritisch sehen die Gutachter das im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbarte Baukindergeld. Dies werde die Preise eher erhöhen und das Ziel, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, konterkarieren.

Von Albrecht Scheuermann

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