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Weltweit Letzte Runde für Frank Bsirske
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Letzte Runde für Frank Bsirske
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19:12 13.02.2019
Im öffentlichen Dienst könnte bald wieder gestreikt werden. Quelle: Patrick Seeger/dpa
Hannover

Im Spätsommer wird Frank Bsirske nach mehr als 18 Jahren als Verdi-Chef sein Amt abgeben. Der dienstälteste deutsche Gewerkschaftsboss dürfte die Verhandlungen mit den Bundesländern deshalb besonders ehrgeizig angehen: Es ist die Chance, seine lange Gewerkschaftskarriere, die in den Achtzigerjahren in Hannover begann, zu veredeln.

Von einem Organisationsgrad auf IG-Metall-Niveau kann Bsirske beim öffentlichen Dienst zwar nur träumen. Seine Chancen auf ein gutes Ergebnis stehen trotzdem nicht schlecht. Der Fachkräftemangel trifft auch die Bundesländer. Auch sie brauchen die begehrten Informatiker, Bauingenieure oder Pfleger. Früher konnten sie es sich erlauben, weniger zu zahlen als die Privatwirtschaft – weil die Jobs in den Behörden und Landesbetrieben als besonders sicher galten. Doch mittlerweile werben Unternehmen gezielt Leute ab. Und nach zehn Jahren sinkender Arbeitslosigkeit gelten auch viele Jobs in der Wirtschaft als sicher.

In vielen Bereichen braucht das Land künftig sogar mehr Personal. Wer die Verwaltung digitalisieren und die Infrastruktur ausbauen will, benötigt eigene Fachleute – und nicht nur externe Berater. Übertriebener Sparwille rächt sich, wenn Großprojekte an dünnen Kapazitäten scheitern.

Schlicht ungerecht ist die Lage bei angestellten Lehrern. Sie machen den gleichen Job wie ihre verbeamteten Kollegen – verdienen netto aber 500 bis 1000 Euro weniger pro Monat. An Grundschulen bekommen sie auch brutto weniger Geld für die gleiche Arbeit. Die Lehrer werden zwar von der GEW und nicht von Verdi vertreten – in diesem Punkt sollte Verhandlungsführer Bsirske aber besonders hartnäckig bleiben.

Von Christian Wölbert

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