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Weltweit Zweifel an der Redlichkeit
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Zweifel an der Redlichkeit
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00:20 06.08.2018
Konnte die Abwanderung von Kunden stoppen: Enercity-Vorstandschefin Susanna Zapreva. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

Gutes Marketing ist schon der halbe Vertrieb, heißt es bei Verkäufern aller Art. Gerade wer seinen Kunden kein erstklassiges Angebot unterbreiten will, muss nach außen einen anderen Anschein erwecken. Auf dieser Klaviatur spielen auch die Stadtwerke Hannover, wenn sie ihre gesunkenen Einkaufspreise beim Gas nicht an jene Haushalte weitergeben, die bereits über Jahre den teuersten Tarif bezahlen – und diese Unverfrorenheit als „Stabilität“ bewimpeln.

Gelingen kann das nur, weil sich viele Verbraucher auch zwei Jahrzehnte nach der Öffnung der Energiemärkte noch nicht für ihre Strom- und Gasrechnung interessieren. So bleibt der Dauerauftrag beim Grundversorger bestehen – vielleicht sogar in der vagen Hoffnung, dass die Preise nach Abschaffung der alten Monopole wie von selbst sinken müssten. Doch so funktioniert Wettbewerb nicht: Kunden müssen kündigen oder zumindest die Bereitschaft dazu bekunden, um bessere Konditionen zu bekommen.

Wegen der Trägheit der Verbraucher haben gerade die Energieversorger lange keine Veranlassung gesehen, ihre Margen zu minimieren. Inzwischen jedoch ist die Branche zu erheblichen Nachlässen bereit, um alte Kunden zu halten oder neue zu gewinnen. Auch die einst eher betulichen Stadtwerke bieten eine Palette von Tarifen an, um die Verbraucher von einem Wechsel zu einem Wettbewerber abzuhalten. Bei Enercity scheint das zuletzt gelungen zu sein – es ist bereits von einer Trendwende die Rede. Der Verbleib beim alten Versorger setzt jedoch Vertrauen in dessen Redlichkeit voraus. Wer in Hannover noch Gas in der Grundversorgung bezieht, könnte daran zumindest Zweifel bekommen.

Von Jens Heitmann

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