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Weltweit Vertrauen kann teuer werden
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Vertrauen kann teuer werden
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18:50 05.11.2018
Rendite mit der Gesundheit: Finanzinvestoren greifen zunehmend nach Zahnarztpraxen – vor allem seit Medizinische Versorgungszentren boomen. Quelle: dpa
Hannover

Das starke Wachstum Medizinischer Versorgungszentren ist ein Indiz dafür, dass die Tage der „Einzelkämpfer“ unter Ärzten und Zahnärzten gezählt sind. Insbesondere jüngere Kollegen und Frauen lassen sich lieber in größeren Praxen anstellen, auch weil dort die Arbeitszeiten klar geregelt sind und der Aufwand mit der Bürokratie und dem (anderen) Personal nicht an ihnen hängen bleibt. Auch für Patienten bieten solche Zentren Vorteile wie flexiblere Öffnungszeiten und unkomplizierte Urlaubsvertretungen.

Insbesondere im ländlichen Raum führt an größeren medizinischen Einheiten kein Weg vorbei, um die ambulante Versorgung der Bevölkerung zu sichern – schließlich geht bald ein großer Teil der niedergelassenen Ärzte und Zahnärzte in den Ruhestand. Es kann also nur noch um die Frage gehen, in welchem gesetzlichen Rahmen die neuen Versorgungszentren agieren.

Die Politik muss dabei sicherstellen, dass die Qualität und der Preis der Behandlungen stimmen. Dass Finanzinvestoren per se schlechter arbeiten als selbstständige Mediziner, die ja auch den Kauf ihrer Praxis refinanzieren müssen, ist wenig wahrscheinlich – sonst würden sie die „Kunden“ vergraulen. Mehr Kontrolle wäre aber bei teuren Extras nötig: Wenn die Krankenkassen, wie etwa beim Zahnersatz, nur noch fixe Zuschüsse zahlen, sind Patienten auf sich allein gestellt. Nur auf den Rat des abrechnenden Mediziners zu vertrauen, kann teuer werden – egal ob dieser selbstständig oder angestellt ist.

Von Jens Heitmann

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