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Weltweit Wunsch und Wirklichkeit
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Wunsch und Wirklichkeit
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19:10 30.11.2018
Ein Mann steht nach Einbruch der Dunkelheit noch Fenster eines Bürohauses und telefoniert, während zwei andere Männer noch an ihren Schreibtischen arbeiten. Quelle: dpa
Hannover

Mit ihrer Forderung nach der 35-Stunden-Woche stimmen die Gewerkschaften mit der großen Mehrheit der Arbeitnehmer überein: Könnten die Beschäftigten ihre Arbeitszeit selbst bestimmen, würden sie sich exakt für diese Stundenzahl entscheiden – sogar wenn sie dafür finanzielle Einbußen in Kauf nehmen müssten. So sind die Zeiten. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegen im Alltag jedoch durchschnittlich vier Stunden in der Woche. Und da sind die ungewollten Überstunden noch nicht enthalten.

Die Antworten auf eine Umfrage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz können nicht mehr überraschen – sie sind nur ein Beleg für den Wertewandel in den Betrieben. Schon bei den jüngsten Tarifverhandlungen in Schlüsselbranchen wie der Metall- und Elektroindustrie sowie der Chemie wurden Arbeitgeber und Gewerkschaften gleichermaßen vom Drang nach mehr Freizeit der Belegschaften überrascht. Nach der langen Boom-Phase hat der Verdienst in diesen Branchen mittlerweile eine Höhe erreicht, bei der es vielen auf ein paar Euro mehr oder weniger nicht mehr ankommt.

Diesen Luxus können sich hingegen längst nicht alle leisten. Wer sich von einem Minijob zum nächsten hangelt oder seine Teilzeittätigkeit aus anderen Gründen nicht aufstocken kann, wird diese Forderungen mit Unverständnis verfolgen: Für mehr Geld würden diese Minderbeschäftigten auch gern mehr arbeiten. Und auch bezahlte Überstunden machen. Doch daran hapert es – vor allem in jenen Gewerben, in denen die meisten dieser Stellen zu finden sind. Wo es an Tarifverträgen fehlt, geht es längst nicht immer fair zu. Da liegt das größte Problem.

Von Jens Heitmann

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