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Weltweit Irrsinn in Irsching
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Irrsinn in Irsching
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20:47 21.01.2019
Der Bau neuer Windanlagen auf dem Meer hat sich zuletzt verlangsamt. Die Branche verlangt von der Bundesregierung ehrgeizigere Ziele. Ingo Wagner/dpa
Hannover

In Irsching bei Ingolstadt will der Energieversorger Uniper ein neues Gaskraftwerk errichten. Den Meiler mit einer Kapazität von 300 Megawatt hält der Netzbetreiber Tennet als Sicherheitspuffer für nötig, um die schwankenden Einspeisungen von Windkraft- und Solaranlagen auszugleichen. Das klingt zunächst vernünftig. Das Problem ist nur, dass Uniper am gleichen Standort bereits zwei äußerst effiziente Gaskraftwerke mit hohem Wirkungsgrad unterhält, deren Betrieb nicht mehr wirtschaftlich ist – weil der Boom beim Ökostrom die Großhandelspreise in den Keller getrieben hat.

Irsching ist ein Symbol für den Irrsinn der deutschen Energiewende. Noch immer wird deren Erfolg an der Zahl der neu installierten Windmühlen und Fotovoltaikpaneele gemessen – und nicht an der Länge der errichteten Stromleitungen. Im Prinzip hat die Politik dieses Problem zwar erkannt, in der Praxis aber kommt der Bau neuer Trassen nur im Schneckentempo voran. Die Folge sind teure Eingriffe der Netzbetreiber in den Betrieb der Kraftwerke. Für seinen neuen Meiler in Irsching kann Uniper stabile Ergebnisbeiträge einplanen, weil Tennet die Kosten für dieses „netztechnische Betriebsmittel“ auf die Verbraucher umlegen wird.

Solange solche Absurditäten nötig sind, um das Stromnetz zu stabilisieren, verbietet sich ein noch schnellerer Ausbau der erneuerbaren Energien – zumindest im Norden. Im Süden Deutschlands sieht das etwas anders aus: Wenn dort bald die letzten Atomkraftwerke abgeschaltet werden, brauchen Bayern und Schwaben einen Ersatz. Vielleicht erwachen dann in Irsching sogar die beiden von Uniper stillgelegten Anlagen wieder zum Leben.

Von Jens Heitmann

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