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Weltweit LPKF verliert drei von vier Vorständen
Nachrichten Wirtschaft Weltweit LPKF verliert drei von vier Vorständen
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00:29 05.05.2018
Kai Bentz verlässt LPKF. Quelle: Christian Schmid
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Hannover

 Der Garbsener Laserspezialist LPKF tauscht seine Führungsspitze komplett aus.  Erst hatte das Unternehmen Ende vergangener Woche mitgeteilt, dass die beiden Vorstandsmitglieder Christian Bieniek (Produktion) und Bernd Lange (Technik) ihre Verträge nicht verlängern und im Laufe des Jahres die Firma verlassen. Nun erklärte LPKF, dass auch Finanzvorstand Kai Bentz für eine Verlängerung seines Vertrages nicht zur Verfügung stehe und bis zum Jahresende ausscheide. Man sei von diesem Schritt „überrascht“, sagte eine Firmensprecherin am Mittwoch.

Damit gehen drei langjährige Mitglieder des vierköpfigen Vorstandes von Bord – Vorstandschef Ingo Bretthauer hatte das Unternehmen nach neun Jahren im Amt bereits Mitte Oktober vergangenen Jahres verlassen. Seinerzeit war Bentz vom Aufsichtsrat kommissarisch zum Vorstandssprecher berufen worden – Anfang  Mai hat der ehemalige McKinsey-Berater Götz Bendele den Chefposten übernommen. 

Für die Wechsel im Management führt LPKF unterschiedliche Gründe an. Bienik und Lange müssen gehen, weil man zu der Überzeugung gelangt sei, „dass ein vierköpfiger Vorstand in Anbetracht der aktuellen Unternehmensgröße und -situation nicht angemessen ist“, wie es offiziell hieß. Das Unternehmen hat die Zahl seiner Mitarbeiter in den vergangenen Jahren von etwa 800 auf rund 680 verringert. Bentz hingegen habe dem Aufsichtsrat erst gestern seinen Ausstiegsplan offenbart, sagte eine Firmensprecherin. Sein Posten solle so schnell wie möglich neu besetzt werden.

Auch der Aufsichtsrat des Unternehmens soll schrumpfen. Mit Heino Büsching legt der stellvetretende Vorsitzende des Kontrollgremium mit dem Ablauf der Hauptversammmlung Ende Mai sein Amt nieder, wie aus der Einladung zum Aktionärstreffen hervorgeht. Die Verringerung der Zahl der Aufseher liege „angesichts (...) der mit einer Reduzierung verbundenen Kosteneinsparung im Interesse der Gesellschaft“, heißt es.

LPKF hat schwierige Zeiten hinter sich. Nach Jahren mit starken Umsatzeinbußen, Verlusten und Stellenabbau ist das Unternehmen erst im vergangenen Jahr wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.  Mit seinen computergesteuerten Lasern hatten die Garbsener lange vom Boom bei Smartphones und Solarzellen profitiert.  Mit ihren Maschinen für die Produktion von Antennen erreichten sie 2013 einen Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro – doch dann brach die Nachfrage in dem Segment auf rund 2 Millionen Euro ein, weil die meisten Smartphone-Hersteller die entsprechenden Maschinen bereits angeschafft hatten. Die Gesamterlöse schrumpften von 130 auf 87 Millionen im Jahr 2015.

Im vergangenen Jahr ging es beim Umsatz um 12 Prozent auf 102 Millionen Euro nach oben. Für 2018 rechnet man bei LPKF mit weiteren Fortschritten bei Umsatz und Gewinn. Die Solarindustrie werde ein guter Kunde bleiben, hieß es. Zudem sollen mit neu entwickelten Maschinen weitere Geschäftsfelder erschlossen werden. 

Von Jens Heitmann

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