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Weltweit Handwerker erhalten für Meisterprüfung 4000 Euro Prämie
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Handwerker erhalten für Meisterprüfung 4000 Euro Prämie
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18:02 08.05.2018
4000 Euro will das Land Niedersachsen künftig für eine bestandene Meisterprüfung im Handwerk zahlen. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand
Hannover

  Wer als Handwerker künftig in Niedersachsen seine Meisterprüfung besteht, kann ab Mitte Mai  eine Einmalzahlung in Höhe von 4000 Euro beantragen. „Die Prämie macht die Meisterausbildung im Handwerk attraktiver und ist zugleich eine finanzielle Anerkennung für die bestandene Prüfung“, sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) am Dienstag in Hannover.

 Die niedersächsische Meisterprämie richtet sich an Handwerker aus sogenannten zulassungspflichtigen Gewerben. Dazu zählen Maurer, Zimmerer, Installateure, Bäcker und Friseure. Wer in diesen Gewerben einen Betrieb führen und Lehrlinge ausbilden möchte, benötigt einen Meisterbrief. Die Prämie kann von Handwerkern beantragt werden, die ihre Meisterprüfung nach dem 1. September 2017 abgelegt haben oder dies noch bis zum Ende des kommenden Jahres tun werden. Dabei müssen sie zum Zeitpunkt der Prüfung mindestens seit einem halben Jahr in Niedersachsen wohnen oder arbeiten.

 Althusmann sagte, die künftig gezahlte Prämie sei nur eine Übergangslösung, da man anstrebe, dass die gesamte Ausbildung zum Meister gebührenfrei werde. Doch dafür müsste die Bundesgesetzgebung geändert werden. Bund, Länder und Handwerksverbände seien sich einig, dass die Meisterpflicht im Handwerk bestehen bleiben müsse. „Aber eine Meisterausbildung im Handwerk kann bis zu 12 000 Euro kosten. Das ist für viele ein großer Hemmschuh.“ Niedersachsen habe daher Ende April eine Initiative in den Bundesrat eingebracht. Sie sieht vor, dass außer den Gebühren für die erfolgreich abgelegte Meisterprüfung auch die Kosten für alle Aufstiegsfortbildungen in anderen Wirtschaftsbereichen übernommen werden. Angesichts des immer stärkeren Fachkräftemangels sei die Kostenfreiheit der Ausbildung ein ganz wichtiger Schritt. „Die Meisterprämie schafft einen gezielten Anreiz für Handwerker, sich weiter zu bilden.“

Auch die SPD-Landtagsfraktion begrüßte den Kabinettsentscheid. Mit ihm demonstriere die SPD-geführte Landesregierung ihre Wertschätzung für die betriebliche Ausbildung“. kommentierte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Stefan Klein. Allerdings dürfe diese Prämie nicht der letzte Schritt bleiben. Das unterstrich auch der frühere Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP). „Leider bleibt die Landesregierung hinter dem im Landtag gefällten fraktionsübergreifenden Beschluss weit zurück, alle Aufstiegsqualifikationen gebührenfrei zu stellen“, sagte der FDP-Politiker. So fielen Techniker, Fachwirte und Berufspädagogen nicht unter die aktuelle Regelung. „Es stellt sich die Frage, warum IHK-Meister weniger wert sein sollen als Handwerksmeister?“

Hildegard Sander, Hauptgeschäftsführerin der niedersächsischen Handwerkskammer, lobte die Meisterprämie als „ein starkes Signal auf dem Weg zur Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung“.  Im Schnitt habe man erreicht, was sich das Handwerk wünsche. Sander erklärte, dass es auch vom Bund Zuschüsse von 40 Prozent zur Meisterausbildung gebe.

 

Von Doris Heimann und Michael B. Berger

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