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Weltweit Milch und Butter werden ab Mai teurer
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Milch und Butter werden ab Mai teurer
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18:50 18.04.2013
Von Carola Böse-Fischer
Für Trinkmilch soll die Preiserhöhung 4 bis 5 Cent je Liter betragen – auch der Butterpreis dürfte deshalb demnächst anziehen. Quelle: dpa
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Hannover

Weltweit gibt es derzeit Milch am Markt, gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Joghurt, Butter oder Käse. Von dieser Entwicklung profitieren auch die deutschen Molkereien. In den Preisgesprächen mit den großen Handelskonzerne wie Aldi oder Edeka haben sie wegen des knapperen Angebots eine stärkere Verhandlungsposition – und können Preisaufschläge durchsetzen. Im Supermarkt müssen die Verbraucher somit mehr für Milchprodukte bezahlen.

Erste Abschlüsse gab es jetzt nach Angaben der „Lebensmittelzeitung“ mit dem Preisführer Aldi. Ab Mai werden danach Produkte der sogenannten weißen Linie wie Quark und Joghurt im Durchschnitt um 10 Prozent teurer. Für Trinkmilch solle die Preiserhöhung 4 bis 5 Cent je Liter betragen. Auch der Preis für das 250-Gramm-Päckchen Butter könne demnächst anziehen.

Grund dafür, dass die Bauern bei den Molkereien derzeit weniger Milch anliefern, ist der kalte, aber vor allem lange Winter hierzulande, aber auch in anderen Ländern der EU, wie ein Branchenkenner erläuterte. Dadurch habe sich das Wachstum auf den Weiden erheblich verzögert. Und die Milchkühe liebten es warm, deshalb gäben sie im Winter weniger Milch. Überdies sei in Neuseeland, einem der großen Milchproduzenten und weltweitem Anbieter von Milchpulver, wegen langer Trockenheit und damit in der Folge knappen Futters die Milcherzeugung zurückgegangen.

Das knappere Milchangebot trifft zurzeit auf eine weltweit steigende Nachfrage, wie der Milchexperte berichtete. Deshalb gebe es bei es bei den Preisen eine „Tendenz nach oben“. Besonders gefragt seien Milchprodukte vor allem in Schwellenländern wie China mit seiner guten Kaufkraft. Die deutschen Molkereien vermarkten nach Branchenangaben knapp die Hälfte der heimischen Milch beispielsweise als Käse und Milchpulver im Export, den überwiegenden Teil allerdings in der EU.

Der Deutsche Bauernverband zeigte sich am Donnerstag optimistisch, dass die deutschen Milchbauern von der guten Marktentwicklung profitieren können: In den nächsten Monaten rechnet die Agrarlobby „mit einem Anstieg der Milchpreise um mehrere Cent“. Dies sei wegen der gestiegenen Kosten der Milchbetriebe für Futter- und Düngemittel sowie Energie auch „absolut geboten“, sagte Udo Folgart, Milchpräsident des Bauernverbandes.

Der größte heimische Molkereikonzern – das Deutsche Milchkontor (DMK) mit Sitz in Zeven – zahlt seinen über 11 000 Milchbauern, die meisten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, gegenwärtig 33 Cent je Liter. Damit liege das DMK über dem bundesweiten Durchschnitt, sagte ein Konzernsprecher. Vor einem Jahr hatten die Milchlieferanten des Konzerns 32 Cent bekommen. Anders als der Bauernverband hält sich das DMK hinsichtlich einer Erhöhung der Milchauszahlungspreise bedeckt. Die Preisrunden mit dem Handel liefen noch, hieß es zur Begründung.

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