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Weltweit US-Autobauer machen Front gegen Trump
Nachrichten Wirtschaft Weltweit US-Autobauer machen Front gegen Trump
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16:59 30.06.2018
Der Automobilkonzern General Motors hat eine Stellungnahme an das US-Handelsministerium gesendet. Quelle: dpa
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Washington

Über Strafzölle auf europäische und insbesondere deutsche Importautos will Donald Trump in den nächsten Tagen entscheiden. Mehrfach kündigte der Präsident auf jüngsten Wahlkampfveranstaltungen an, Fahrzeuge wie Mercedes mit 20, vielleicht sogar 25 Prozent zu besteuern, um die einheimische Wirtschaft zu stützen.

Doch ausgerechnet die vermeintlich Schutzbedürftigen melden sich jetzt zu Wort und protestieren: „Die zusätzlichen Zölle treiben die Kosten für unsere Produkte in die Höhe und belasten den amerikanischen Verbraucher“, heißt es in einer Stellungnahme von GM an das Handelsministerium. Im globalen Zeitalter würden die Produktionswege so häufig die Ländergrenzen überschreiten, dass auch die Kosten für US-Fahrzeuge spürbar steigen würden. Die Rede ist von mehreren tausend Dollar pro Auto, die entweder vom Hersteller oder von den Kunden getragen werden müssten.

Was General Motors nicht erwähnt: Etwa 40 Prozent ihrer Fahrzeuge sind importiert - und der Anteil der ausländischen Bauteile, die in US-Fabriken in GM-Autos eingebaut werden, ist ebenfalls recht hoch.

Deutsche Unternehmen beschäftigen viele US-Amerikaner

Zu den Herstellern, die sich gegen die geplanten Zölle richten, zählen neben GM auch die US-Tochtergesellschaften von Volvo und BMW. Vor allem die Bayern nehmen dabei eine Sonderstellung ein: Dank seines Mammutwerks in Spartanburg, South Carolina, entwickelte sich BMW zum größten Autoexporteur der USA. Die Frage, wer eigentlich ein amerikanischer und wer ein europäischer Hersteller ist, lässt sich daher auf die Schnelle gar nicht mehr so einfach beantworten.

Auch in anderen Branchen sieht es ähnlich aus: So beschäftigt Siemens mehr als 50.000 Arbeitnehmer in den USA und gilt in den Augen vieler Amerikaner als einheimisches Unternehmen - zumal es von Trumps Vorgänger Barack Obama in dessen „Reden an die Nation“ zwei Mal für seine Ausbildungsinitiativen lobend hervorgehoben wurde.

Eine Handelspolitik aus den Achtzigern

Ein geradezu vernichtendes Urteil über die gegenwärtige Wirtschaftspolitik fällt denn auch die Firma Grant Thornton aus Chicago, die zu den größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt zählt. Gegenüber dem Wirtschaftsnachrichtendienst „Bloomberg“ sagte deren Chefanalystin Diane Swonk: „Im 21. Jahrhundert erleben wir plötzlich eine Handelspolitik, die aus den achtziger Jahren stammt.“

Tatsächlich vertrat Trump bereits vor 30 Jahren in Wirtschaftsfragen die gleichen Thesen, für die er auch heute streitet. So warnte der damalige Geschäftsmann in Talkshows mit der Moderatorin Oprah Winfrey vor den Folgen der Globalisierung und sprach davon, dass Japan mit seinen Autos und seinen Elektroprodukten den amerikanischen Markt überschwemmen würde. Das, so Trump, dürfe man sich nicht bieten lassen.

Von Stefan Koch/RND

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