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Weltweit Niedersachsens Wirtschaft rückt von Turboabitur ab
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Niedersachsens Wirtschaft rückt von Turboabitur ab
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21:18 05.09.2013
Von Saskia Döhner
„Schüler werden mit Wissen vollgepfropft“, so Volker Schmidt. Quelle: von Ditfurth
Hannover

„G 8 hat unsere Erwartungen bei Weitem nicht erfüllt“, sagt Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer vom Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall. „Die Jugendlichen werden mit Lernstoff vollgepfropft, sodass für ehrenamtliches Engagement keine Zeit mehr ist. Kreativität und Selbstständigkeit bleiben auf der Strecke.“ Dabei lerne man gerade in Vereinen Führungsverhalten und Sozialkompetenz. „Schule darf nicht schaden“, sagt Schmidt. Aber eben genau das geschehe derzeit an den Gymnasien.

Auch bei den Unternehmerverbänden Niedersachsen, einst glühender Verfechter der verkürzten Gymnasialzeit, hat ein Umdenken eingesetzt. „Wir sind mitten in einer Diskussion“, sagt Hauptgeschäftsführer Volker Müller. Klar sei schon, dass man beim gegenwärtigen G 8 kräftig nachsteuern müsse.

Das verweist auf eine neue 20-köpfige Expertenrunde zur Zukunft des Gymnasiums, die sich gestern erstmals getroffen hat. „Es geht nicht nur um die Dauer der Schulzeit, sondern auch um solche Themen wie neue Formen der Leistungsüberprüfung und eine mögliche Reduzierung der Abiturprüfungsfächer“, sagte ein Ministeriumssprecher.

Vor Ende März 2014 wird es dem Vernehmen nach keine Ergebnisse geben, mit möglichen Gesetzesänderungen ist nicht vor Sommer 2015 zu rechnen. Nach Ansicht von Philologenchef Horst Audritz dauert das viel zu lange: „Noch eine Expertenrunde, noch ein Dialog – das Thema wird auf die lange Bank geschoben, eine Grundsatzentscheidung für G 8 oder G 9 kann man eher treffen.“ „Vielleicht wollten SPD und Grüne durch ihre Ankündigung im Wahlkampf nur bei einigen Eltern Stimmen einsammeln, ohne die Versprechen hinterher einzulösen“, kritisiert FDP-Politiker Björn Försterling.

Das Kultusministerium hält dagegen. Man wolle nicht den Fehler von Schwarz-Gelb mit überhasteten Entscheidungen wiederholen, sondern sich lieber länger Zeit lassen. Unterstützung bekommt Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) von NiedersachsenMetall-Chef Schmidt: „Ihr Weg ist der einzig richtige.“ Das neue Modell für die Schulen müsse funktionieren:  „Der nächste Schuss muss sitzen.“

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