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Weltweit „Ostdeutschland ist kein Niedriglohnland“
Nachrichten Wirtschaft Weltweit „Ostdeutschland ist kein Niedriglohnland“
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18:19 03.08.2018
Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, will Ostdeutschland nicht abstempeln. Quelle: dpa
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Berlin

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) warnt in der Debatte über die großen Einkommensunterschiede in Ost und West vor dem Schlechtreden der neuen Bundesländer. „Im Rahmen des Möglichen ist seit der Wiedervereinigung viel erreicht worden. So stehen wir in Sachsen-Anhalt kurz vor der Vollbeschäftigung, und auch die Löhne sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen“, sagte Haseloff dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Deswegen ist es falsch, Ostdeutschland pauschal als Niedriglohnland zu bezeichnen. Die Gesamtsituation in Deutschland ist heute eine andere. Die großen Unterschiede bestehen nicht nur zwischen Ost und West, sondern auch zwischen Ballungszentren und ländlichen Räumen, zwischen Boomregionen und strukturschwachen Gegenden in Ost und West“, so Haseloff gegenüber dem RND. „Deswegen hat die Bundesregierung die Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung eingesetzt, um wirksame Konzepte für die Angleichung der Lebensverhältnisse zu entwickeln.“

„Entscheidend ist, was man sich von dem Geld leisten kann“

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), sieht die Ursachen für die hohen Einkommensunterschiede zwischen Ost und West in der kleinteiligen, ostdeutschen Wirtschaft. „Der Osten muss weiter aufholen. Es ist nach wie vor so, dass die Wirtschaft dort kleinteiliger ist als im Westen und die Großkonzerne mit ihren überdurchschnittlich hohen Gehältern fehlen“, sagte Hirte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Entscheidend ist aber, was man sich von dem Gehalt ‎tatsächlich leisten kann. 50 Prozent mehr Gehalt in Hamburg relativieren sich sehr schnell, wenn man für die eigenen 4 Wände das dreifache bezahlen muss“, so der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. „Mir ist es ein Anliegen, die kleinen und mittleren Unternehmen im Osten weiter zu unterstützen und zu stärken. Hier haben wir in den letzten Jahren bereits deutliche positive Entwicklungen gesehen.“

Von Thoralf Cleven/RND

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