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Weltweit Ryanair verkündet Einigung mit Verdi im Tarifkonflikt
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Ryanair verkündet Einigung mit Verdi im Tarifkonflikt
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20:25 08.11.2018
Flugzeuge der irischen Airline Ryanair stehen auf dem Vorfeld des Flughafens Weeze. Quelle: Marcel Kusch/dpa
Frankfurt/Dublin

Die irische Billig-Airline Ryanair hat sich nach eigenen Angaben mit der Gewerkschaft Verdi bei den Tarifverhandlungen für ihr deutsches Kabinenpersonal geeinigt. Das teilte Ryanair am Donnerstag mit. Beide Seiten verständigten sich auf mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für die rund 1000 Flugbegleiter, wie sie am Donnerstag mitteilten. Die Einigung beinhalte auch einen Sozialplan für Beschäftigte von Stationen, die geschlossen werden. Ryanair erklärte, es sei ein Tarifvertrag unterzeichnet worden, Verdi hingegen sprach von einer Vorvereinbarung.

Die Gewerkschaft will die Beschäftigten über das zweiseitige Eckpunktepapier bis Dienstag abstimmen lassen. Nehmen die Mitarbeiter an, werde auf dieser Grundlage der Tarifvertrag ausgehandelt, sagte eine Verdi-Sprecherin. Der Tarifkonflikt bei dem Billigflieger läuft seit etwa einem Jahr, verhandelt wird für etwa 1000 Flugbegleiter, darunter rund 700 Leiharbeiter.

„Dies sind weitere konkrete Zeichen für den substanziellen Fortschritt, den Ryanair dabei macht, Vereinbarungen mit unseren Mitarbeitern und ihren Gewerkschaften in mehreren europäischen Ländern zu schließen“, kommentierte Personalchef Eddie Wilson die Übereinkunft mit Verdi.

Ryanair hat rund 14.500 Beschäftigte

Teile des Kabinenpersonals hatten zuletzt im September in mehreren europäischen Ländern – auch in Deutschland – die Arbeit niedergelegt. Verdi hatte den Ausstand mit dem nach ihrer Ansicht unzureichenden Angebot Ryanairs begründet. Die Gewerkschaft wollte deutlich höhere Einkommen in einem Tarifvertrag festlegen und forderte Arbeitsbedingungen nach deutschem Recht.

Der Streik hatte in Deutschland vor allem den Berliner Flughafen Schönefeld getroffen. 52 von 92 Starts und Landungen mussten gestrichen werden.

Bei einer vorangegangenen Streikwelle ähnlicher Dimension im August hatte Ryanair europaweit rund 400 Flüge aus dem Programm mit täglich mehr als 2400 Verbindungen genommen. In Deutschland waren damals 150 abgesagte Flüge betroffen.

Ryanair ist der größte Billigflieger Europas. Die einheitlichen Boeing 737-Maschinen fliegen mehr als 215 Flughäfen in 37 Ländern an und operieren von 86 Basen in Europa und Nordafrika. Das hochprofitable Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 14.500 Menschen. Im Geschäftsjahr 2017/2018 machte das Unternehmen bei 7,15 Milliarden Euro Umsatz einen Gewinn von 1,45 Milliarden Euro.

Von RND/dpa